Ordensaushändigung

Nürnberg, 15. April 2013 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Dr. Hermann Hanschel, Christiane Matern, Albert Rösch und Hans-Jochen Teufel mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesrgeierung, Julia Fassbender

Staatsminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnung heute in Nürnberg ausgehändigt.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Dr. Hermann Hanschel (69) aus Neunkirchen a. Brand, Landkreis Forchheim

Ordensaushändigung am 15. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an  Dr. Hermann Hanschel
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotografin: Claudia Schneider, Oberlandesgericht Nürnberg

Dr. Hermann Hanschel war bis 1991 Direktor des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums in Fürth und anschließend bis 2005 Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Mittelfranken. Auf seine Initiative wurde an mehreren Gymnasien die systematische Qualitätssicherung nach dem Modell der EFQM (European Foundation für Quality Management) eingerichtet. In besonderer Weise ist sein Name aber mit dem "Prämienprogramm zur Förderung der Ausbildung ausländischer Schüler in der deutschen Sprache" und hier vor allem mit dem deutsch-niederländischen Austauschprogramm des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz verknüpft. Im Rahmen eines Kulturabkommens werden jährlich circa 20 hochbegabte Vorabiturienten aus den Niederlanden nach Deutschland eingeladen, wo sie an Sprachunterrichtseinheiten, gemeinsamen Schulstunden mit deutschen Schülern, informativen Ausflugsfahrten, Stadtführungen, Betriebsbesichtigungen und Diskussionsrunden mit hochrangigen Gesprächspartnern teilnehmen. Der Programmerfolg wurde maßgeblich durch die von Dr. Hanschel vorbildlich geleistete "Pionierarbeit" vor Ort gewährleistet: von der Aufnahme der Gäste über die Zusammenarbeit im Unterricht und die Anleitung bei den zu erledigenden Schulaufgaben bis hin zu alljährlich aufgegebenen kleinen Forschungsaufträgen zu lokalen und regionalen landeskundlichen Themenstellungen. Mittelfranken gewann dadurch eine besondere Bedeutung für die internationale Austauscharbeit des PAD. Heute werden Jahr für Jahr an Schulen der Region zahlreiche Gruppen, zum Beispiel auch aus den USA und aus Dänemark sowie gemischte internationale Gruppen, betreut. Darüber hinaus wirkte Dr. Hanschel von 1991 bis 2007 im Stiftungsrat der Christian-von-Bomhard-Stiftung Uffenheim mit. Die Stiftung ist Träger einer kirchlichen Privatschule mit rund 1.000 Schülern und angegliedertem Internat. Von 2001 bis 2007 war Dr. Hanschel zudem Mitglied im Vorstand des Windsbacher Knabenchors.

Christiane Matern (69) aus Schwarzenbruck, Landkreis Nürnberger Land

Ordensaushändigung am 15. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Christiane Matern
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotografin: Claudia Schneider, Oberlandesgericht Nürnberg

Christiane Matern leitete von 1983 bis 2010 die Ortsgruppe Schwarzenbruck des Bund Naturschutzes (BN). Von 1992 bis 2010 stand sie zunächst vier Jahre als stellvertretende Vorsitzende und anschließend als Vorsitzende an der Spitze der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land mit circa 1.600 Mitgliedern und Förderern. Frühzeitig hat sich Frau Matern als Fachfrau für Fragen der Energieeffizienz und regenerativer Energien hervorgetan und baute bereits 1982 Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung auf ihr Hausdach. 1995 wurde eine der ersten Photovoltaikanlagen im Landkreis bei ihr installiert. Im Jahr 2002 wurde aus Anlass des 20-jährigen Bestehens ihrer Solaranlage der landkreisweite Solartag auf ihrem Anwesen durchgeführt. Unter ihrer Mitwirkung ist es gelungen, die Naturschutzstation Wengleinpark als einen von maßgeblichen Stellen getragenen Verein auf eine finanzielle Grundlage zu stellen. Die Station ist mittlerweile eine der deutschlandweit führenden Institutionen in diesem Bereich, die am Tag der Regionen rund 10.000 Besucher anzieht. Damit ist sie die größte Einzelveranstaltung dieser bundesweiten Aktion. Frau Matern engagierte sich des Weiteren beim Neubau der Bundesstraße 14 durch die Pegnitzaue bei Henfenfeld, bei der Gestaltung der Staatsstraße bei Lungsdorf im Pegnitztal und bei vielen anderen Projekten. Darüber hinaus wirkte sie bei örtlichen Flurbereinigungsverfahren mit, engagierte sich im Bereich Gentechnik sowie bei Fragen der Forstreform und des Waldschutzes. Von 1996 bis 1998 gehörte sie dem Landesbeirat und von 1998 bis 2000 dem Landesvorstand des BN an. Innovativ und vorausschauend war ihr Engagement für ein besseres Müllkonzept. Sie war Mitinitiatorin des "Gsteinacher Modells" der Hausmülltrennung.

Albert Rösch (73) aus Roth

Ordensaushändigung am 15. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Albert Rösch
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotografin: Claudia Schneider, Oberlandesgericht Nürnberg

Albert Rösch unterrichtete ab 1966 am Gymnasium Roth die Fächer Deutsch, Englisch und Sozialkunde und war von 1988 bis 2004 ständiger Stellvertreter des Direktors. 1967 war er Gründungsmitglied des "Vereins der Freunde des Gymnasiums Roth". Anlässlich des 40-jährigen Schuljubiläums im Jahr 2004 beteiligte sich Rösch aktiv bei der Erstellung der Chronik "Neue Wege gehen - 40 Jahre Gymnasium Roth 1964 - 2004". Besonders hervorzuheben ist sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement im Bereich der Katholischen Kirche, unter anderem als Mitglied und zeitweise als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Roth. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Pressearbeit, die Erwachsenenbildung und die Vertretung des Pfarrgemeinderats im Dekanatsrat. Seit 1968 gehört er ununterbrochen dem Dekanatsrat der Katholiken im Dekanat Schwabach an. 1968 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, seit 1969 ist er Dekanatsratsvorsitzender. Daneben bringt sich Rösch seit 1967 auch als Dozent an der Volkshochschule und in der Erwachsenenbildung ein. Er hat in der Schriftenreihe des Landkreises Roth "Heimatkundliche Streifzüge" eigene Beiträge veröffentlicht, ist für den Landkreis seit 2007 Korrektor der Schriftenreihe und seit 2009 Mitarbeiter im Redaktionsteam. Hinzu kommen die Mitarbeit bei weiteren Büchern wie zum Beispiel dem Kirchenbuch "Gemeinsam unterwegs - Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach" im Jahr 2000 und mehrere eigene Buchprojekte, so im Jahr 2007 das Buch "Das katholische Dekanat Schwabach in Geschichte und Gegenwart". Seit 1997 ist er Mitglied der Jury zur Vergabe des Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreises und Jurymitglied des Jugendliteraturpreises "Schreibe ...", der erstmals 2007 ausgelobt wurde.

Hans-Jochen Teufel (63) aus Scheinfeld, Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim

Ordensaushändigung am 15. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Hans-Jochen Teufel
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotografin: Claudia Schneider, Oberlandesgericht Nürnberg

Hans-Jochen Teufel hat seit 1988 zahlreiche Ehrenämter im beruflichen Bereich übernommen. Als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Betriebsrat der Generaldirektion und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates leistete er einen überdurchschnittlichen Beitrag für den Erfolg der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe und die Sicherung und den Ausbau der Arbeitsplätze. Viele Betriebsvereinbarungen und Gesamtbetriebsvereinbarungen tragen seine Handschrift. Als Dozent im Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e. V. unterstützte er bis 2008 eine Vielzahl von Mitarbeitern und Betriebsräten beim Aufbau ihrer Kompetenzen. Als Mitglied der Schwerbehindertenvertretung und des Betriebsrates setzte er sich für die persönlichen Belange unzähliger Mitarbeiter ein. Teufel engagiert sich zudem seit 1984 in der Europa Union und wurde im Jahr 1985 Geschäftsführer des Kreisverbandes Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim. Seit 1985 ist er Beisitzer im Kreisverband, seit 1986 Delegierter in der Bezirksversammlung Mittelfranken und dort Mitglied des Bezirksvorstandes und Kassenprüfer. Seit 1994 ist er Geschäftsführer des Bezirksverbands. Des Weiteren ist er Delegierter in der Landesversammlung der Europa Union Bayern sowie Mitglied im Bundeskongress der Europa Union Deutschland. Im Jahr 1984 war Teufel einer der Gründungsväter der Städtepartnerschaft zwischen Scheinfeld und Beaulieu sur Dordogne und Gründungsmitglied des dazugehörigen Partnerschaftsvereins, deren 2. Vorsitzender er 11 Jahre war. Zudem ist er seit vielen Jahren in verantwortlicher Position im Musikzug Scheinfeld tätig. Seit 1983 ist er Mitglied im BUND Naturschutz Bayern e. V. und war 1984 Mitbegründer der Ortsgruppe Scheinfeld. 1989 gründete er die Gruppe "Scheinfelder Tracht und Brauchtum" mit, die die katholische Scheinfelder Tracht und das regionale Liedgut bewahren will. Er engagierte sich 14 Jahre als stellvertretender Vorsitzender im Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim e.V.. 2000 war er Mitinitiator des Freiwilligenzentrums "mach mit!". Ferner engagiert er sich auch im Bereich Theaterwesen, seit 1996 als Gründungsmitglied und aktiver Spieler in der Passionsspielgemeinschaft Scheinfeld sowie seit 2003 beim Freilandtheater in Bad Windsheim. Seit 2008 ist Teufel außerdem ehrenamtlicher Produzent und Regisseur der Historischen Theatergruppe Seinsheim.

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