Kriminalstatistik Bayern 2012

München, 4. März 2013 (stmi). Heute hat Staatsminister Joachim Herrmann in München die Kriminalstatistik Bayern 2012 vorgestellt.

Schlüsselübergabe Polizeifahrzeuge
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Sie weist für Bayern wieder eine hervorragende Sicherheitsbilanz aus. Die sogenannte Kriminalitätsbelastung, die angibt, wie viele Straftaten je 100.000 Einwohnern begangen werden, bleibt wieder unter der 5.000-Marke. Auch wenn die Zahl der Straftaten, um 0,5 Prozent leicht angestiegen ist, liegt sie immer noch deutlich unter den Werten aus dem Jahr 2010. Mit einer Aufklärungsquote von 63,2 Prozent gelang es der Bayerischen Polizei erneut, für fast zwei Drittel aller registrierten Straftaten Tatverdächtige zu ermitteln – das ist im Bundesvergleich ein Spitzenwert.

Diebstahlskriminalität

Die Diebstahlskriminalität hatte 2012 mit 193.514 Delikten mit 31 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität. Der Schaden erhöhte sich um 2,4 Millionen Euro auf insgesamt mehr als 175 Millionen Euro.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte hatten 2012 mit 18 Prozent den zweitgrößten Anteil an der Gesamtkriminalität. Hier stieg die Zahl der Straftaten um 1,1 Prozent auf 112.132 Fälle. Der Betrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten stieg hingegen sehr deutlich um 25,6 Prozent auf 2.789 Fälle an.

Internetkriminalität

Straftaten im und mit dem Internet spielen nach den Zahlen der Kriminalstatistik eine immer größere Rolle. Die Bandbreite der 21.963 Fälle im Jahr 2012 reicht von Kinderpornografie über Betrug bis hin zur Beleidigung.

Straßenkriminalität

Unter Straßenkriminalität versteht man alle Delikte, die ausschließlich oder überwiegend in der Öffentlichkeit begangen werden. Dazu gehören Raubüberfälle, Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen. Nachdem die Straftaten in diesem Bereich seit zehn Jahren kontinuierlich zurückgegangen waren, verzeichnen wir im Jahr 2012 wieder einen leichten Anstieg um 1,8 Prozent. Ausschlaggebend dafür war der Fahrraddiebstahl, auch der Taschendiebstahl nahm zu.

Gewaltkriminalität

Eine positive Entwicklung war 2012 bei der Gewaltkriminalität festzustellen. Die Zahl der Straftaten ging um 1,4 Prozent auf 20.044 Fälle und damit auf den niedrigsten Wert seit 2001 zurück. 83,2 Prozent dieser Gewaltdelikte konnte die Bayerische Polizei aufklären. In 16.269 Fällen ging es um gefährliche und schwere Körperverletzung. Der Anteil an alkoholisierten Straftätern bleibt mit 41,7 Prozent unverändert hoch. Bei den Gewaltdelikten Heranwachsender stand sogar über die Hälfte der Täter unter Alkoholeinfluss.

Angriffe auf Polizeibeamte

Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Angriffen auf Polizeibeamte einen Anstieg um 10 Prozent. Beleidigungen, Körperverletzungen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sind hierbei die häufigsten Straftaten.

Rauschgiftkriminalität

Die Rauschgiftkriminalität stieg 2012 in Bayern um 6,3 Prozent auf 33.221 Straftaten. Der Anstieg ist auch auf die verstärkten Kontrollmaßnahmen der Bayerischen Polizei zurückzuführen. Gerade der Schmuggel von „Crystal“ aus Tschechien ist besorgniserregend. Rund 14,3 Kilogramm dieser hochgefährlichen Modedroge konnten bayerische Polizeibeamte 2012 sicherstellen. Dem Drogenmarkt wurden damit etwa 140.000 Konsumeinheiten entzogen. Die Zahl der aufgegriffenen Erstkonsumenten stieg um fast 87 Prozent auf 528 Personen. Bei 20 Drogenkonsumenten war Crystal mitursächlich für ihren Tod.