Zweite Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz

Ingolstadt, 15. April 2013 (stmi). Die Unfallstatistik zeigt auf Landstraßen einen besonderen Handlungsbedarf in Sachen Verkehrssicherheit.

Zweite Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz am 15. April 2013 in Ingolstadt; Staatsminister Joachim Herrmann, Prof. Rupert Stadler, AUDI AG
© Bayerns Polizei

Obwohl auf Bundes-, Staats- und Kreisstraßen nur knapp über die Hälfte des überörtlichen Verkehrs abgewickelt wird, ereignen sich auf Landstraßen über-proportional viele schwere Unfälle. 2012 starben 262 der insgesamt 337 bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen Autofahrer auf Landstraßen. Dies entspricht einem Anteil von 78 Prozent. Bei den tödlich verunglückten Motorradfahrern ist das Bild noch deutlicher: Von den insgesamt 144 getöteten Motorradfahrern waren 116 - das sind 81 Prozent - auf unseren bayerischen Landstraßen unterwegs. Jeder Tote, jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel! Deshalb wollen wir im Rahmen unseres neuen Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ bis 2020 unter anderem die Verkehrssicherheit auf Landstraßen deutlich verbessern.

Einbindung aller Akteure der Verkehrssicherheit

Die Einbindung aller Beteiligter, insbesondere auch der Fahrzeugindustrie und der Kommunen, ist erklärtes Ziel des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms. Auch beim Thema „Unfallschwerpunkt Landstraße“ sind alle gemeinsam gefordert. Die Zweite Bayerische Verkehrssicherheit am 15. April 2013 im Audi-Forum in Ingolstadt bot allen Akteuren der Verkehrssicherheit eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Brennpunkt Landstraße – Perspektiven und Visionen für die sichere Landstraße

Dank der Arbeit der Unfallkommissionen konnten in den vergangenen Jahren bereits viele gefährliche Straßenabschnitte durch straßenverkehrsrechtliche oder bauliche Maßnahmen entschärft werden. Um unfallträchtige Straßenabschnitte sicherer zu machen, sollen gefährliche Motorradstrecken in den nächsten drei Jahren mit Leitplanken mit Unterfahrschutz ausgestattet werden. Neben dem Abbau des Schilderwalds ist darüber hinaus die flächendeckende Verbesserung der Beschilderung und Markierung geplant.

Eine große Rolle für die Verkehrssicherheit spielt auch der Straßenseitenraum. Stehen hier Hindernisse, wie zum Beispiel Bäume im Weg, hat dies meist schwerste oder tödliche Verletzungen zur Folge. Hier setzt die Maßnahme „fehlerverzeihender Seitenraum“ an, mit der Hindernisse im Seitenraum beseitigt oder durch Leitplanken abgesichert werden.

2012 kamen leider auch 30 Radfahrer und 17 Fußgänger auf Landstraßen ums Leben. Deshalb hat der Freistaat besonders die Querungsstellen im Blick. Es ist ein bedarfsgerechter Ausbau von barrierefreien, behindertengerechten und beleuchteten Querungshilfen geplant. Gleichfalls liegt ein Fokus auf dem Ausbau des Radwegenetzes.

Forschung und Technik

Bei der Verkehrssicherheitskonferenz konnten die Teilnehmer Fahrerassistenzsysteme in einem Audi A3 Fahrsimulator testen. Die „adaptive cruise control“ hält den Abstand zum Vordermann, „pre sense front“ greift mit Notbremsungen ein und kann so Unfälle vermeiden. Der „active lane assist" hilft, die Spur zu halten und der „side assist“ warnt beim Spurwechsel vor überholenden Autos. Ein nächster Schritt auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit wird das bereits erfolgreich getestete Pilotierte Fahren sein.

Staatsminister Joachim Herrmann ist optimistisch, dass 2020 Forschung und Technik bis zum Jahr weitere marktreife Systeme entwickelt haben werden, die die Sicherheit im Straßenverkehr weiter voranbringen und neue Wege in der Verkehrssicherheit eröffnen.

Vortrag und Impulsreferate