Rettungskette weiter verbessern

Regensburg, 9. November 2015 (stmi). Unter dem Motto 'Rettungskette – gemeinsam Leben retten' stand die vierte Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz in Regensburg.

Rettungsdiensteinsatz nach einem Verkehrsunfall
© BRK-Kreisverband BGL

Neue Ansätze, wie die Rettungsmaßnahmen bei Unfällen weiter optimiert werden können, diskutierte Innenminister Joachim Herrmann mit hochkarätigen Vertretern von Polizei, Rettungs- und Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Straßenverkehrsbehörden, Kommunen, Fahrzeugherstellern und Verkehrsverbänden sowie Wissenschaftlern und politischen Mandatsträgern. "Eine optimal organisierte Rettungskette und neueste medizinische Erkenntnisse sind im Notfall lebensrettend", betonte Herrmann.

Hohe Investitionen in Rettungsdienst und Feuerwehren

Eine besondere Rolle bei der Rettungskette spielt laut Herrmann der Faktor 'Zeit'. Vor allem das schnelle Anlaufen der Rettungsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen sei außerordentlich wichtig. "Bei der Patientenversorgung an der Unfallstelle werden die entscheidenden Weichen für den späteren Behandlungserfolg in der Klinik gestellt", erläuterte der Verkehrsminister. "Die professionelle Notfallversorgung vom Eingang des Notrufs bis zur Übergabe des Notfallpatienten haben wir daher besonders im Blick. Die 26 hervorragend ausgestatteten Integrierten Leitstellen in Bayern leisten hierbei eine ausgezeichnete Arbeit." Der Freistaat investiere allein in den Jahren 2015 und 2016 rund elf Millionen Euro in den weiteren Ausbau. "Auch unsere gut ausgerüsteten Feuerwehren sind beim Rettungseinsatz unerlässlich", ergänzte Herrmann. Beispielsweise gehe es um die Absicherung der Unfallstelle, das Löschen brennender Fahrzeuge und den Einsatz von technischem Gerät zur Befreiung von Unfallopfern. "In den letzten zehn Jahren haben wir rund 312 Millionen Euro an staatlichen Mitteln für die Förderung von Feuerwehrfahrzeugen und -gerätehäusern zur Verfügung gestellt."

e-Call-System bis 2017

Ein besonderes Potenzial sieht der bayerische Verkehrsminister beispielsweise bei der Einführung des sogenannten 'e-Call-Systems'. Mit ihm soll europaweit bis 2017 nach einem Unfall automatisiert ein Datensatz mit Informationen zum Fahrzeugtyp, zur Anzahl der Insassen, zum Standort und zur Schwere des Unfalls an die zuständige Notrufleitstelle weitergeleitet werden. Außerdem wird eine Sprachverbindung zwischen Fahrzeug und Rettungsleitstelle aufgebaut, um weitere Fragen abklären zu können. "Durch den sofortigen Alarm nach einem Unfall und die automatische Übermittlung von wesentlichen Unfalldaten wird ein noch schnellerer und gezielterer Einsatz der Rettungskräfte möglich", erwartet Herrmann.

Unfallforschung für mehr Verkehrssicherheit

Einen wichtigen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit leistet nach den Worten Herrmanns auch die Unfallforschung. "Die Auswertung und Analyse tausender Verkehrsunfälle ist bei der Entwicklung neuer Fahrzeugtechnik unverzichtbar", machte der Verkehrsminister deutlich. Die Bandbreite reiche von Gurtsystemen bis hin zu hochkomplexen Anlagen wie Notbremsassistenten. "Es geht darum, den Fahrer bei der Beherrschung seines Fahrzeugs zu unterstützen sowie ihn und seine Fahrzeuginsassen im Falle eines Unfalls bestmöglich zu schützen", brachte es Herrmann auf den Punkt. Auch käme es bei der passiven Sicherheit auf den Schutz anderer Verkehrsteilnehmer an, beispielsweise mit einem speziellen Aufprallschutz für Fußgänger.

Die Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz hat Herrmann 2012 ins Leben gerufen. Sie ist fest im Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm 'Bayern mobil – sicher ans Ziel' verankert.

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