Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes am Bande

München, 22. Oktober 2015 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Bernhard Birkinger und Klaus Holub mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Innenminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnung heute in München überreicht.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesregierung, Julia Fassbender

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitaiven Bereich.

Bernhard Birkinger (76) aus Flintsbach a. Inn, Landkreis Rosenheim

Innenminister Joachim Herrmann überreicht das Bundesverdienstkreuz am Bande an Bernhard Birkinger
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Bernhard Birkinger wurde 1961 Mitglied der Bergwacht Brannenburg und ist seither im Dienst- und Rettungseinsatz am Wendelstein und im Sudelfeldgebiet tätig. Schon seit 1928 betreut die Bergwacht Brannenburg das Halbrund der Berge vom Heuberg bis zum Sulzberg, vom Riesenkopf über das Sudelfeld bis zum Wendelstein im äußeren Inntal. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen der Bergwacht leistet er ehrenamtlich rund um die Uhr, auch an Wochenenden, am Wendelstein und im Winter auch im Skigebiet Sudelfeld Vorsorgedienste. Seit 1975 engagiert sich Birkinger zudem ehrenamtlich im Lawinenwarndienst in der Lawinenkommission Brannenburg. Über drei Jahrzehnte war er Obmann dieser Kommission. Zudem arbeitet er bei der Begutachtung der Schnee- und Lawinensituation sowie bei der Anfertigung von Schneeprofilen mit. Hierbei gehört es zu seinen Aufgaben, Feldversuche zu unternehmen, um die Lawinengefahr möglichst korrekt einschätzen zu können. Bei der Sperrung und Öffnung der Ski-Ostabfahrt am Wendelstein in Richtung Brannenburg sowie bei der Ausrichtung von Skirennen und Skikursen hilft Birkinger tatkräftig mit. Darüber hinaus ist er seit 1957 Mitglied des „TSV Brannenburg“ und wirkte von Beginn an als Übungsleiter in der Ski-, Turn- und Leichtathletikabteilung. Zuletzt leitete  er die Seniorengymnastik. Im Rahmen des „Diakonievereins Brannenburg“ gestaltet er für die älteren Mitbürger noch immer Seniorennachmittage mit Lichtbildervorträgen und Spielen.

Klaus Holub (65) aus Germering

Innenminister Joachim Herrmann überreicht das Bundesverdienstkreuz am Bande an Klaus Holub
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Klaus Holub leitete bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2014 die Abteilung Personenstand und Staatsangehörigkeit im Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt München. Weit über die Grenzen Bayerns hinaus hat Holub sich besonders auch durch die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung der Standesbeamtinnen und Standesbeamten sowohl im städtischen als auch im bayerischen Verwaltungsdienst einen Namen gemacht. Seit den 80er Jahren war er regelmäßig mehrmals im Jahr auch als Lehrbeauftragter für Personenstands- und Staatsangehörigkeitsrecht an der Bayerischen Beamtenfachhochschule und der Bayerischen Verwaltungsschule tätig. Bei der Landeshauptstadt München hat er bleibende Verdienste im Zusammenhang mit der Zentralisierung der Münchener Standesämter, mit zahlreichen Reformprojekten und mit der Einführung eines Steuerungsmodells zur Verbesserung der Servicequalität der Standesämter erworben. 1998 wurde Holub der erste Leiter des neuen zentralen Standesamtes München. Anlässlich der Feierlichkeiten zur 250-Jahr-Feier des Oktoberfestes war es seine Initiative, auf der „Jubiläumswies‘n 2010“, nach dem historischen Vorbild aus dem Jahre 1810 Eheschließungen von bayerischen mit sächsischen Brautpaaren durchzuführen. Im Rahmen seiner engagierten Verbandstätigkeit und seit 1993 als Vorsitzender des 'Fachverbandes der bayerischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten e. V.' hat er sich in viele Gesetzgebungsverfahren und -vorhaben von Bund und Freistaat eingebracht, wie zum Beispiel in die Reform des Personenstandsrechtes und in die Einführung eines zentralen Personenstandsregisters. Wichtig war Holub dabei die Berücksichtigung der Interessen der kommunalen Ebenen. So ist die reibungslose Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes beim Standesamt München sein Verdienst. Die Belange des Bundesverbands waren ihm stets ein Anliegen. Als Vorsitzender des Akademiebeirates an den Akademien des Bundesverbands oblag ihm die gesamte Planung der Seminarbetriebe der Akademie für Personenstandswesen und der Akademie für Staatsangehörigkeitsrecht. Zahlreiche Fachtagungen und Kongresse regte er als Vorsitzender an und trug maßgeblich zur Weiterentwicklung des Fachgebietes und zum Austausch zwischen den Standesbeamtinnen und Standesbeamten sowie den Vertretern verschiedener Ministerien und der Rechtswissenschaft bei. Auf europäischer Ebene trat Holub bei Fachtagungen des Verbandes stets für eine Vereinfachung und Rechtsangleichung des europäischen Personenstandswesens ein. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand übte er das Amt des Ersten Vorsitzenden des 'Fachverbandes der bayerischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten e. V.' weiterhin aus.