Kampagne K-EINBRUCH
© Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Kampf gegen Einbrecherbanden

Bayern hat den Kampf gegen Einbrecherbanden verstärkt. Dazu haben sich Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und  Rheinland-Pfalz und Bayern zusammengeschlossen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat hierzu eine länderübergreifende Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität unterzeichnet. Kern der Vereinbarung ist ein Acht-Punkte-Programm, das insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vorsieht. 

So fand vom 8. bis 11. November 2017 in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz die dritte länderübergreifende Fahndungs- und Kontrollaktion statt. Dabei haben die 1.330 eingesetzten bayerischen Polizistinnen und Polizisten 10.158 Personen und Fahrzeuge kontrolliert, 26 Personen vorläufig festgenommen sowie 124 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufgedeckt. Gegen fünf Personen wurde Haftbefehl erlassen. Länderübergreifend waren insgesamt 3.684 Polizeibeamte im Einsatz, überwiegend auf überregionalen Verkehrswegen wie Autobahnen und schwerpunktmäßig gegen Einbrecherbanden. In den vier Ländern wurden insgesamt 14.709 Personen und 8.523 Fahrzeuge kontrolliert sowie 564 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht.

Bayern-Sachsen-Allianz

Eine weitere Vereinbarung zur gemeinsamen Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität hat Herrmann mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig im November 2016 geschlossen. Ziel der 'Allianz gegen Wohnungseinbrecher' ist ein verstärkter Kampf vor allem gegen internationale Einbrecherbanden. So führt die Bayerische Polizei mit Unterstützung der Schleierfahndung und der Bereitschaftspolizei in ganz Bayern Kontrollen gegen Einbrecher durch. Die mobilen und stationären Kontrollen finden vor allem an wichtigen Ein- und Ausfallstraßen sowie auf internationalen Verkehrswegen statt. Neben dem erhöhten Fahndungsdruck gehören zu den Maßnahmen eine optimierte Lagearbeit auch mithilfe der Prognosesoftware 'Precobs', eine bessere internationale Zusammenarbeit, mehr Ermittlungsbefugnisse und verstärkte Präventionsmaßnahmen. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch beim Informations- und Erfahrungsaustausch sowie bei fachlichen Fortbildungsveranstaltungen. „Wir unternehmen alles, um Einbrechern in Bayern das Leben möglichst schwer zu machen“, sicherte Herrmann zu.

Sie können sich und Ihr Eigentum wirkunsgsvoll gegen Einbrecher schützen.
© Polizeiliche Kriminalprävention

Die Allianz zwischen Bayern und Sachsen zeigt bereits greifbare Erfolge. Erstmals seit 2007 ist die Zahl der Einbrüche in Sachsen wieder gesunken. Dieser Trend gilt auch für Bayern. So wurden bisher im ersten Halbjahr 2017 mit 3.617 Wohnungseinbrüchen rund 14 Prozent weniger Fälle zur Kriminalstatistik gemeldet als noch im gleichen Vorjahreszeitraum (2016: 4.212 Fälle).

Künftig soll die Kooperation der Behörden beider Länder noch weiter vertieft und ausgebaut werden. Dazu ist unter anderem eine abgestimmte Präventionskampagne in den sozialen Netzwerken geplant. Darüber hinaus soll die tschechische Polizei bei gemeinsamen Schwerpunktkontrollen Sachsens und Bayerns noch stärker eingebunden werden. Gemeinsam wollen Sachsen und Bayern auch wirksamere Ermittlungsbefugnisse für die Polizei durchsetzen. Nach der Erhöhung der Mindeststrafe für den Einbruch in Privatwohnungen auf mittlerweile ein Jahr sehen Ulbig und Herrmann weiteren Handlungsbedarf beim Bundesgesetzgeber. Im Kampf gegen Wohnungseinbrecher fordern sie für die kommende Legislaturperiode eine gesetzliche Grundlage für die Telekommunikations-Überwachung bei Verdächtigen eines Wohnungseinbruchsdiebstahls.

Internationale Zusammenarbeit

Im November 2017 fand bei Europol in Den Haag eine vom Polizeipräsidium München organisierte 'Internationale Konferenz gegen Wohnungseinbruch' statt. Hintergrund war, dass Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Kampf gegen internationale Einbrecherbanden auch die Polizeizusammenarbeit mit anderen Ländern verstärkt hat. An der 'Internationalen Konferenz gegen Wohnungseinbruch' nahmen rund 300 Experten von Strafverfolgungsbehörden aus insgesamt 38 Staaten teil, darunter alle EU-Länder sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Chile, Georgien, Island, Mazedonien, Moldawien, Norwegen, Schweiz und Serbien. Unter anderem ging es um einen Erfahrungsaustausch bei Vernehmungen von Tätern, die strukturierte Analyse von kriminalpolizeilichen Daten und auch um konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Ländern, die als Hauptherkunftsländer für reisende Wohnungseinbrecher gelten. Neben Europol waren bei der Organisation der Konferenz auch das Bundeskriminalamt, Eurojust und die Spanische Nationalpolizei Kooperationspartner des Polizeipräsidiums München.

Im Rahmen des länderübergreifenden EU-Projekts 'Danube Domestic Burglary Project' der Bayerischen Polizei wird zudem die internationale Zusammenarbeit gegen Einbrecherbanden weiter verbessert. Es wird von der Hanns-Seidel-Stiftung und den EU-Fonds des 'Danube Transnational Programme' finanziell gefördert sowie vom Bundeskriminalamt und Europol unterstützt. Besonders im Blick ist Serbien, das in Ermittlerkreisen als eines der Hauptherkunftsländer für reisende Wohnungseinbrecher gilt. Es wird gezielt daran gearbeitet, die Zusammenarbeit mit den serbischen Polizeibehörden weiter auszubauen. Darüber hinaus sei laut Herrmanns Worten geplant, ein spezielles Netzwerk von Polizeiexperten zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz einzurichten.

Präventionsmaßnahmen für Privatpersonen

Die Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder bietet zahlreiches Informationsmaterial zum Thema Einbruch- und Diebstahlschutz. So informiert die Broschüre ‘Ungebetene Gäste‘ über verhaltensbezogene und sicherungstechnische Möglichkeiten des Einbruchschutzes. Sie klärt über landläufige Irrtümer hinsichtlich des Täterverhaltens sowie vermeintlich ausreichender Schutzmaßnahmen auf. Das Faltblatt ‘Ganze Sicherheit für unser Viertel‘ gibt wertvolle Hinweise für mehr Sicherheit in Ihrem Wohngebiet. Dabei wird in knapper Form beschrieben, was Verdachtsmomente für einen Wohnungseinbruch sein können, wie sich Nachbarschaftshilfe organisieren lässt, welche vorbeugenden Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch ergriffen werden können und in welcher Weise bei Erkennen von (möglichen) Straftaten reagiert werden sollte. Einen Überblick über das umfangreiche Medienangebot finden Sie hier.

Private Eigentümer und Mieter Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Maßnahmen zur Sicherung gegen Wohnungs- und Hauseinbrüche in Anspruch nehmen. So werden beispielsweise der Einbau oder die Nachrüstung einbruchhemmender Haus- oder Wohnungstüren sowie die Nachrüstung von Fenstern und einbruchhemmende Rollläden gefördert. Weitere Informationen zum Förderprogramm der KfW finden Sie hier.