Kampagne K-EINBRUCH
© Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Kampf gegen Einbrecherbanden

Bayern hat den Kampf gegen Einbrecherbanden wirksam verstärkt. Durch länderübergreifende Kooperationsvereinbarungen zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität stehen besonders international agierende Täter im Visir. Dazu haben sich Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und  Rheinland-Pfalz sowie Bayern und Sachsen zusammengeschlossen.

Bei der fünften gemeinsamen länderübergreifenden Fahndungs- und Kontrollaktion von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz vom 8. bis zum 10. November 2018 hat die Polizei laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann insgesamt 21.705 Personen und Fahrzeuge kontrolliert und dabei 604 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten festgestellt. 110 Personen wurden vorläufig festgenommen. Koordiniert wurden die Schwerpunktkontrollen mit insgesamt rund 3.000 Polizistinnen und Polizisten von den jeweiligen Landeskriminalämtern. "Die Fahnder hatten dabei insbesondere überregionale Verkehrswege wie Autobahnen im Blick", erklärte Herrmann. "Ein besonderes Augenmerk galt organisierten Einbrecherbanden." Für den bayerischen Innenminister ist klar: "Wir werden für einen möglichst hohen Fahndungsdruck auch künftig auf länderübergreifende Schwerpunktkontrollen setzen."

Bereits am 10. April 2018 kontrollierten insgesamt 146 Polizistinnen und Polizisten aus Bayern und Sachsen unter Koordination der jeweiligen Landeskriminalämter im Raum Oberfranken und in Südwestsachsen rund 370 Fahrzeuge und Personen. Dabei wurden 15 Verstöße festgestellt, beispielsweise Urkundenfälschung, Delikte gegen das Betäubungsmittelrecht und Waffengesetz sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Alkoholeinfluss.

Länderübergreifende Kooperationsvereinbarung

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat eine länderübergreifende Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität unterzeichnet. Kern der Vereinbarung ist ein Acht-Punkte-Programm, das insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vorsieht. 

Bayern-Sachsen-Allianz

Eine weitere Vereinbarung zur gemeinsamen Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität hat Herrmann mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig im November 2016 geschlossen. Ziel der 'Allianz gegen Wohnungseinbrecher' ist ein verstärkter Kampf vor allem gegen internationale Einbrecherbanden. So führt die Bayerische Polizei mit Unterstützung der Schleierfahndung und der Bereitschaftspolizei in ganz Bayern Kontrollen gegen Einbrecher durch. Die mobilen und stationären Kontrollen finden vor allem an wichtigen Ein- und Ausfallstraßen sowie auf internationalen Verkehrswegen statt. Neben dem erhöhten Fahndungsdruck gehören zu den Maßnahmen eine optimierte Lagearbeit auch mithilfe der Prognosesoftware 'Precobs', eine bessere internationale Zusammenarbeit, mehr Ermittlungsbefugnisse und verstärkte Präventionsmaßnahmen. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch beim Informations- und Erfahrungsaustausch sowie bei fachlichen Fortbildungsveranstaltungen. „Wir unternehmen alles, um Einbrechern in Bayern das Leben möglichst schwer zu machen“, sicherte Herrmann zu.

Künftig soll die Kooperation der Behörden beider Länder noch weiter vertieft und ausgebaut werden. Dazu ist unter anderem eine abgestimmte Präventionskampagne in den sozialen Netzwerken geplant. Darüber hinaus soll die tschechische Polizei bei gemeinsamen Schwerpunktkontrollen Sachsens und Bayerns noch stärker eingebunden werden. Gemeinsam wollen Sachsen und Bayern auch wirksamere Ermittlungsbefugnisse für die Polizei durchsetzen. Nach der Erhöhung der Mindeststrafe für den Einbruch in Privatwohnungen auf mittlerweile ein Jahr sehen Ulbig und Herrmann weiteren Handlungsbedarf beim Bundesgesetzgeber. Im Kampf gegen Wohnungseinbrecher fordern sie für die kommende Legislaturperiode eine gesetzliche Grundlage für die Telekommunikations-Überwachung bei Verdächtigen eines Wohnungseinbruchsdiebstahls.

Internationale Zusammenarbeit

Im November 2017 fand bei Europol in Den Haag eine vom Polizeipräsidium München organisierte 'Internationale Konferenz gegen Wohnungseinbruch' statt. Hintergrund war, dass Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Kampf gegen internationale Einbrecherbanden auch die Polizeizusammenarbeit mit anderen Ländern verstärkt hat. An der 'Internationalen Konferenz gegen Wohnungseinbruch' nahmen rund 300 Experten von Strafverfolgungsbehörden aus insgesamt 38 Staaten teil, darunter alle EU-Länder sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Chile, Georgien, Island, Mazedonien, Moldawien, Norwegen, Schweiz und Serbien. Unter anderem ging es um einen Erfahrungsaustausch bei Vernehmungen von Tätern, die strukturierte Analyse von kriminalpolizeilichen Daten und auch um konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Ländern, die als Hauptherkunftsländer für reisende Wohnungseinbrecher gelten. Neben Europol waren bei der Organisation der Konferenz auch das Bundeskriminalamt, Eurojust und die Spanische Nationalpolizei Kooperationspartner des Polizeipräsidiums München.

Im Rahmen des länderübergreifenden EU-Projekts 'Danube Domestic Burglary Project' der Bayerischen Polizei wird zudem die internationale Zusammenarbeit gegen Einbrecherbanden weiter verbessert. Es wird von der Hanns-Seidel-Stiftung und den EU-Fonds des 'Danube Transnational Programme' finanziell gefördert sowie vom Bundeskriminalamt und Europol unterstützt. Besonders im Blick ist Serbien, das in Ermittlerkreisen als eines der Hauptherkunftsländer für reisende Wohnungseinbrecher gilt. Es wird gezielt daran gearbeitet, die Zusammenarbeit mit den serbischen Polizeibehörden weiter auszubauen. Darüber hinaus sei laut Herrmanns Worten geplant, ein spezielles Netzwerk von Polizeiexperten zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz einzurichten.

Präventionsmaßnahmen für Privatpersonen

Die Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder bietet zahlreiches Informationsmaterial zum Thema Einbruch- und Diebstahlschutz. So informiert die Broschüre ‘Ungebetene Gäste‘ über verhaltensbezogene und sicherungstechnische Möglichkeiten des Einbruchschutzes. Sie klärt über landläufige Irrtümer hinsichtlich des Täterverhaltens sowie vermeintlich ausreichender Schutzmaßnahmen auf. Das Faltblatt ‘Ganze Sicherheit für unser Viertel‘ gibt wertvolle Hinweise für mehr Sicherheit in Ihrem Wohngebiet. Dabei wird in knapper Form beschrieben, was Verdachtsmomente für einen Wohnungseinbruch sein können, wie sich Nachbarschaftshilfe organisieren lässt, welche vorbeugenden Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch ergriffen werden können und in welcher Weise bei Erkennen von (möglichen) Straftaten reagiert werden sollte. Einen Überblick über das umfangreiche Medienangebot finden Sie hier.

Private Eigentümer und Mieter Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Maßnahmen zur Sicherung gegen Wohnungs- und Hauseinbrüche in Anspruch nehmen. So werden beispielsweise der Einbau oder die Nachrüstung einbruchhemmender Haus- oder Wohnungstüren sowie die Nachrüstung von Fenstern und einbruchhemmende Rollläden gefördert. Weitere Informationen zum Förderprogramm der KfW finden Sie hier.