Herrmann verleiht 'Stern der Sicherheit'

München, 9. Mai 2016 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat in München sieben Persönlichkeiten den 'Stern der Sicherheit' für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Innere Sicherheit verliehen.

Verleihung  'Stern der Sicherheit' am 9. Mai 2016: Innenminister Joachim Herrmann mit den Geehrten
© Christoph Schedensack

"Unsere Geehrten haben sich langjährig und nachhaltig für die Gesellschaft, das Gemeinwohl und die Sicherheit ihrer Mitmenschen stark gemacht", betonte Herrmann bei der Feierstunde im Odeon des Innenministeriums, die heuer zum vierten Mal stattfand. "Wir sind stolz auf solche Bürgerinnen und Bürger in unserer Mitte!" Im Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung dankte der Innenminister für das vorbildliche Engagement. "Insbesondere auch unseren Geehrten haben wir es zu verdanken, dass wir in Bayern sicherer leben können als anderswo." Wie Herrmann erläuterte, sind die Herausforderungen groß, seien es die Flüchtlingskrise, die anhaltend hohen Terrorgefahren oder auch tragische Unglücke wie der Zugunfall bei Bad Aibling. "Umso wichtiger sind die vielen Bürgerinnen und Bürger in Bayern, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit Herzblut für die Innere Sicherheit engagieren", so der Innenminister. Herausragende Verdienste um die Innere Sicherheit würdigt der Freistaat seit 2013 mit der Bayerischen Staatsmedaille 'Stern der Sicherheit'. Die Medaille wird an maximal 15 Personen pro Jahr verliehen.

Die Bilder der Medaillenaushändigung finden Sie hier.

Heute wurden ausgezeichnet:

Verlagsbuchhändlerin aus München, Diözesanleiterin der Erzdiözese München und Freising sowie Landesbeauftragte des Malteser Hilfsdienstes

"Nach dem Abitur in München absolvierten Sie zunächst eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin. In den 80er-Jahren waren Sie für verschiedene Agenturen und Verlage in London, Frankfurt und München tätig. Seit dreizehn Jahren engagieren Sie sich in führender Position ehrenamtlich für den Malteser Hilfsdienst e.V. (MHD). Zunächst als stellvertretende Diözesanleiterin der Diözese Limburg, nach dem Umzug in unseren schönen Freistaat als Kreisbeauftragte München Land und schließlich seit 2013 als Diözesanleiterin in der Erzdiözese München und Freising und als Landesbeauftragte des MHD in Bayern. Damit leiten Sie ehrenamtlich den Maltester Hilfsdienst e. V. mit rund 2000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Erzdiözese München und Freising und mit weiteren 10.000 Helferinnen und Helfern in ganz Bayern.

Als Landesbeauftragte und Diözesanleiterin pflegen Sie eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit allen Einsatzorganisationen der Gefahrenabwehr. Ihre gewinnende Art und Ihr integratives Wesen trug im Jahr 2014 mit zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz der freiwilligen Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks bei, die wichtige Anregungen zur Fortentwicklung des Katastrophenschutzes einbringt. Der MHD war in den letzten Jahren intensiv im Bereich der Notfallvorsorge und des Katastrophenschutzes in Bayern gefordert, wie beispielsweise beim Jahrhundert-Hochwasser 2013, bei der intensiven Flüchtlingsarbeit seit 2014, beim G7-Gipfel 2015 und bei diversen Einsätzen in Notfallsituationen wie z.B. bei Bombenfunden, bei Massen-Unfällen und auch jüngst beim Zugunglück bei Bad Aibling.

Liebe Baronin Freyberg, gerne denke ich an die gemeinsamen Sitzungen des Landesbeirats der Malteser. Sie schaffen es mit Ihrer ausgesprochen charmanten und liebenswürdigen Art, dennoch stets zielorientiert, die Anliegen der Zeit voranzubringen. Sie tragen dabei immer mit Wissen, Diplomatie, hohem persönlichen Einsatz und dem erforderlichen Einfühlungsvermögen an vorderster Stelle mit dazu bei, den Malteser Hilfsdienst e. V. im Bewusstsein unserer Bevölkerung positiv zu prägen und als eine wichtige Säule des bayerischen Gefahrenabwehrsystems zu integrieren. Ich freue mich sehr Ihnen heute die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Rosenheim, Notarzt und Landesbeauftragter 'Ärztlicher Leiter Rettungsdienst'

"Nach dem Studium der Humanmedizin und Promotion an der LMU München führte Sie Ihr beruflicher Werdegang an das Klinikum Rosenheim. Seit 2010 sind Sie dort Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Neben Ihrer anspruchsvollen Tätigkeit fahren Sie seit 1988 als Notarzt im BRK-Kreisverband Rosenheim, fungieren seit 1993 als „Leitender Notarzt“ und „Hintergrundnotarzt“ und seit 1998 als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ (ÄLRD). Seit 2012 sind Sie „Landesbeauftragter Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bayern“. Nach Schaffung der rechtlichen Grundlage erfolgte die offizielle Bestellung durch das Bayerische Innenministerium 2013.

Der Erfolg des ÄLRD-Projekts ist bis heute untrennbar mit Ihrem Namen als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der ersten Stunde“ und bis heute als dessen Landesbeauftragter verbunden. Während der Pilotphase waren Sie verlässlicher Ansprechpartner für alle Beteiligten und unermüdlicher Motor des Projekts für eine bayernweite Umsetzung. Im Rahmen der flächendeckenden Einführung der ÄLRD in Bayern widmeten Sie sich mit großem Engagement der Vermittlung der Erfahrungen und Erkenntnisse aus der bisherigen Pilotphase an die neuen ÄLRD. Sie standen jederzeit als Ansprechpartner bei den zahlreich aufkommenden Fragen zur Verfügung.

Im Herbstkonvent 2011 wurden Sie, lieber Dr. Bayeff-Filloff von Ihren bayerischen Kollegen einstimmig zum Landesbeauftragten der ÄLRD gewählt mit der Aufgabe, das notfallmedizinische Qualitätsmanagement landesweit zu koordinieren. Als Konsequenz des großen Erfolgs dieser neuen Funktion wurde diese im Rahmen der Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes 2012 normiert und mit konkreten Aufgaben und Verantwortlichkeiten beschrieben. Auch diese Entwicklung hat viel mit Ihrem außergewöhnlichen Engagement und Ihrer herausragenden Kompetenz zu tun. In der Folgezeit erweiterte sich das Aufgaben- und Verantwortungsspektrum für den Landesbeauftragten stetig. Aktuell betrifft dies vor allem die Einführung des Notfallsanitäters und die Einsatzdokumentation im Rettungsdienst. Unermüdlich bringen Sie nicht nur hierbei Ihre hohe fachliche Expertise ein, treiben die Projekte voran und vermitteln zwischen den Beteiligten.

Sie sind ohne Zweifel einer der wesentlichen und unverzichtbaren Leistungsträger der ÄLRD-Bayern, der sich mit großem persönlichen Einsatz und Zeitaufwand für eine stetige Optimierung des Rettungsdienstes in Bayern und für eine erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten einbringt. Sie „leben“ den Rettungsdienst und sind ständig auf der Suche nach Optimierung. Sie stehen stets als Ansprechpartner für alle Verbände und Organisationen zur Verfügung und stellen dabei sogar Ihre Familie hinten an. Ich freue mich, Ihnen zum Dank und als Anerkennung heute die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

Journalist beim Bayerischen Rundfunk, Polizeireporter und Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei

"Nach dem Studium der Politikwissenschaften an der Hochschule für Politik in München und einem gleichzeitigen Volontariat bei einer Buchhandlung am Marienplatz setzte sich wohl doch die väterliche journalistische Prägung durch. Nach einem zweijährigen Zeitungsvolontariat arbeiteten Sie 10 Jahre als Polizeireporter in der Lokalredaktion des „Münchner Merkur“. Seit 1975, also seit 41 Jahren, sind Sie freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk mit Schwerpunkt Innere Sicherheit und im Redaktionsteam von „Report München“. Sie sind aktives Mitglied der „Taskforce Extremismus und Terrorismus“ der ARD, sowohl Dozent als auch Förderer der Deutschen Journalistenschule in München, Referent an der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried, beim Bundeskriminalamt und der Führungsakademie der Polizei (heute Hochschule der Polizei) in Münster-Hiltrup, beim Bayerischen Roten Kreuz, der Gewerkschaft der Polizei, der Deutschen Polizeigewerkschaft und beim Bund deutscher Kriminalbeamter.

Ehrenamtlich zudem seit 1976 in verschiedenen Funktionen beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Mitglied im Beirat des Stadtfeuerwehrverbandes München und im Förderkreis „GAST/Epic“ (Gemeinsame Auskunftsstelle bei Großschadensereignissen o.ä.) am Münchner Flughafen. Stellvertretender Vorsitzender der Fritz-Bender-Stiftung, die sich der medizinischen Forschung sowie dem biologischen Bauen verschrieben hat. Als der bayerische Polizeireporter sind Sie „Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei“ und Träger der Ehrenkriminalmarke des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Aufgrund Ihrer Seniorität und Ihres Expertenwissens erlauben Sie sich bei Presserunden im Polizeipräsidium München gelegentlich ein akademisches Viertel, so wie es einer meiner Vorgänger des Öfteren getan hat. Ihre Medienkollegen nehmen Ihnen das nicht übel, weil Sie andererseits gerade den Newcomern Ihrer Zunft Immer freundlich und verbunden mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Lieber Herr „Ehrenkriminalkollege“ Bendixen, Sie sind Bayerns am besten vernetzter (Polizei-) Reporter mit hervorragenden Kontakten von Freilassing bis Hof. Immer einsatzbereit, mit Espresso bewaffnet und mit direkt vor der Tür geparktem Reportermini. Ich danke Ihnen für die vielen Jahrzehnte der Unterstützung unserer Polizeiarbeit und der fairen und sachlichen Berichterstattung. Ich freue mich ganz besonders, Ihnen heute die die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

Präsident des Bayerischen Landeskriminalamts a. D.

"1972 traten Sie nach dem Abitur als Polizeikommissaranwärter in den Dienst der Bayerischen Polizei ein. 1976 erfolgte die Ernennung zum Kriminalkommissar nach zweitbester Anstellungsprüfung Ihres Jahrgangs. 1977 dann die Versetzung zum Bayerischen Landeskriminalamt (LKA). Ihre herausragenden Leistungen blieben nicht verborgen und so schloss sich 1982 ein erster Wechsel hierher, in das Staatsministerium des Innern an, wo Sie sich schnell für den Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst empfahlen. 1986 absolvierten Sie an der damaligen Polizeiführungsakademie Münster-Hiltrup die Prüfung für den höheren Polizeivollzugsdienst. Erneut waren Sie Zweitbester Ihres Jahrgangs, diesmal aber im bundesweiten Vergleich. Es folgte eine erneute Verwendung im Bayerischen Innenministerium, Sachgebiet Einsatz der Polizei, das Sie ab 2003 als Sachgebietsleiter führten. Zugleich berief man Sie zum stellvertretenden Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung. In dieser Doppelfunktion vertraten Sie die Interessen der Bayerischen Polizei aufs Vorbildlichste und gestalteten die Sicherheitsarchitektur im Freistaat wesentlich mit. Im März 2008 führte ich Sie in das Amt des Präsidenten des Bayerischen Landeskriminalamts ein.

Während Ihrer Amtszeit trieben Sie den langfristigen Gestaltungsprozess des LKA erfolgreich voran und prägten es in ganz besonderer Weise. Darunter fällt das „Operative Terrorismusabwehrzentrum“, das Professionalisieren der Netzwerkfahndung mit dem Dezernat „Cybercrime“ und der „Zentralen Ansprechstelle Cybercrime“. Die Verwendung der DNA-Analyse wurde in Ihrer Amtszeit um ein Vielfaches verfeinert, ein 3D-Tatortscanner revolutionierte die Tatortarbeit, die zentrale Präventionsarbeit durch Begleitung der Softwaretests PRECOBS lieferte einen weiteren Meilenstein, ebenso wie die Entwicklung eines Systems in Zusammenarbeit mit der TU München, das berührungslos Fingerabdrücke abnehmen kann (z. B. von einem Sprengkörper oder einem wertvollen Gemälde). Zudem wurden unter Ihrer Federführung weitere zentrale Aufgaben beim LKA gebündelt, z. B. die „Autorisierte Stelle Bayern“, dem Kompetenzzentrum für den Betrieb des BOS-Digitalfunks in Bayern und die Errichtung der zentralen Stelle für interne Ermittlungen. Durch Ihre engagierte Arbeit in der „Arbeitsgruppe Kripo“ des Bundeskriminalamts wurden Sie weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt und dank Ihrer Fachkompetenz gefragter Redner bei Veranstaltungen.

Lieber Herr Dathe, Sie sind eine Führungspersönlichkeit von hoher fachlicher wie menschlicher Ausstrahlung. Dabei führten Sie, ohne zu bevormunden. Es war immer Ihr Ziel, eigenverantwortliches Handeln Ihrer Mitarbeiter zu fordern und zu fördern. Sie sind ein herausragender Spitzenbeamter, der sich viele Jahre um die Innere Sicherheit in Bayern hoch verdient gemacht hat. Ich freue mich außerordentlich, Ihnen heute mit Dank und als Anerkennung die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG und der DB Mobility Logistics AG

"Sie sind ein self-made-man par excellence. Nach Haupt- und Realschule studierten Sie berufsbegleitend an Fachhochschule und Universität und schlossen mit Dipl.-Ing. sowie Promotion ab. Ökonomisch haben Sie sich in Ihrer Zeit bei den früheren Unternehmen MBB und DASA sehr um den Luft- und Raumfahrtstandort Bayern verdient gemacht, namentlich am Standort Ottobrunn. Bereits in dieser Zeit waren Sie immer ein kompetenter und ideenreicher Ansprechpartner für die Politik, der stets auch in sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Angelegenheiten Verantwortung übernommen hat.

Zusätzlich zu Ihren Leistungen in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Luft- und Raumfahrt sowie Infrastruktur und Ihrem Engagement im sozialen und gesellschaftlichen Bereich möchte ich besonders auf die Hilfe und Unterstützung hinweisen, die aktuell von Ihnen persönlich als Bahnchef in der Asyl- und Flüchtlingskrise geleistet wurde. Ohne eine inzwischen etablierte, belastungsfähige Logistik wäre eine reibungslose Verteilung der ankommenden Menschen auf ganz Deutschland nicht denkbar. Von September 2015 bis einschließlich Februar 2016 wurden über 320.000 Flüchtlinge mit rund 820 Sonderzügen durch das gesamte Bundesgebiet gefahren.

Auch setzt sich die Deutsche Bahn aktiv für die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive ein. So startete die DB mit einem Pilotprojekt in München ein Qualifizierungsprogramm für Flüchtlinge mit Berufserfahrung. DB-Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, werden mit Sachleistungen wie Wörterbüchern und Lehrmaterial unterstützt. Im Januar 2016 stellte die Deutsche Bahn in der Halle des Münchner Hauptbahnhofs die Statue „Goldene Victoria für Integration“ auf. Sie wird dort ein halbes Jahr zu sehen sein. Die Deutschlandstiftung hatte diesen Integrationspreis 2012 an Sie für das Engagement des Konzerns gegen Hass und Gewalt überreicht. Sie haben diesen Preis bei unserem gemeinsamen Bayerischen Eisenbahnempfang am 7. Dezember 2015 in Nürnberg an die DB-Mitarbeiter weitergegeben, um diese für ihr Engagement beim Flüchtlingsandrang im vergangenen Herbst zu ehren.

Lieber Dr. Grube, Sie gehören zu den Menschen, die einen Maßstab für Einsatzfreude, Leistungsbereitschaft und Hilfsbereitschaft für das Allgemeinwohl setzen. Wohlwissend, dass Sie eigentlich kein Freund von persönlichen Ehrungen und Auszeichnungen sind, freut es mich umso mehr, dass ich Ihnen heute verbunden mit meinem Dank für Ihr Engagement bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme und unsere gute Zusammenarbeit die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen darf."

Rettungsassistent beim Bayerischen Roten Kreuz und ehemaliger langjähriger Geschäftsführer der Bergwacht Bayern

"Bereits mit 14 Jahren wurden Sie Mitglied der Bergwacht Bayern. Auch während Ihren beiden Ausbildungen zum Elektriker und zum Rettungsassistenten sowie Ihrer folgenden beruflichen Verwendung als hauptamtlicher Rettungsassistent beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in München blieben Sie Ihrer Berufung treu. Zunächst leisteten Sie im damaligen Referat Bergwacht beim Präsidium des BRK (heute Landesgeschäftsstelle) Ihren Zivildienst ab, anschließend waren Sie dort als Werkstattmitarbeiter tätig. Ihre Leistungen und Ihr Engagement blieben nicht verborgen. Vor nunmehr 16 Jahren wurden Sie zum Geschäftsführer der Bergwacht Bayern berufen. In diesen 16 Jahren haben Sie die Entwicklung der Bergwacht maßgeblich geprägt. Sie standen drei Landesvorsitzenden zur Seite, zunächst Franz Heubl, aber vor allem 12 Jahre lang Alois Glück und zuletzt Herrn Heiland.

Einige Ihrer wesentlichen Verdienste um die Entwicklung der Bergwacht während dieser Zeit möchte ich hervorheben: Als Mann der klaren Strukturen sorgten Sie für eine erstmalige Festlegung der Funktion des „Einsatzleiters Bergwacht“. Sie initiierten die Gründung des „Fachbeirats Gebirgsluftrettung“, eine Standardisierung der Rettungsabläufe Bergwacht – Luftrettungsmittel über alle Betreiber hinweg. Dies bedeutet deutlich mehr Sicherheit für alle Beteiligten. Ihre zielorientierte Hartnäckigkeit führte zur Errichtung und zum Ausbau des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung mit einer weltweit einzigartigen Simulationsanlage. Unter Ihrer Initiative ist dieses zu einem organisationsübergreifenden Übungs- und Kompetenzzentrum für die Luft- und Höhenrettung in Bayern angewachsen. Hier kann speziell auf die Bedürfnisse von Polizei, Feuerwehr, Luft- und Wasserrettung sowie Bergrettung eingegangen werden.

Sie haben die Eingliederung der Höhlenrettung in die Bergwacht Bayern, die rechtliche Verankerung der Bergwacht Bayern als Rettungsorganisation und die Optimierung der rettungsdienstlichen Strukturen der Bergwacht (u. a. Neugründung von Bergrettungswachen) auf den Weg gebracht. Ein Anliegen war Ihnen die Einführung eines alarmsicheren Einsatzleitsystems und der Aufbau eines eigenen analogen Gleichwellen-Netzes als Übergangslösung bis zur Funktionsfähigkeit des Digitalfunks. Besonderes Herzblut investierten Sie in die Verbesserung der Sachausstattung der Bergretter/innen und der Bergrettungswachen sowie der Professionalisierung der Aus- und Fortbildung. Sie erreichten die Wahrnehmung der Bergwacht als integralen Bestandteil der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes in Bayern.

Weiterhin waren Sie an der Gründung der „Stiftung Bergwacht“ als zweites Standbein zur Sicherheit der Bergretter maßgeblich beteiligt. Sie begleiteten als Einsatzkraft oder in verantwortlicher Position in der Einsatzleitung die Einsätze beim Erdbeben in der Türkei 1999, den Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall 2006, die Hochwasserkatastrophe 2013 in Rosenheim und Deggendorf sowie den G7 Einsatz im vergangen Jahr. Sie engagieren sich ehrlich und gradlinig in der Sache immer weit über das normale Maß hinaus, sind hart zu sich und anderen, wenn die Lage es erfordert. Unterstützung, großen Rückhalt und Verständnis finden Sie in Ihrer Familie. Für Ihre Leistungen für die Bergwacht und damit auch gleichzeitig in hohem Umfang für den Rettungsdienst in Bayern danke ich Ihnen herzlich und freue mich, Ihnen die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe Zollner Elektronik AG, Kreisbrandrat im Landkreis Cham und Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbands Oberpfalz

"Sie sind Vorstandsvorsitzender eines weltweit agierenden Unternehmens mit mehr als 7.000 Mitarbeitern und gleichzeitig mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Sie traten 1973 16jährig in Ihre Heimatfeuerwehr ein und wurden sieben Jahre später deren Kommandant. 1985 übernahmen Sie das Amt des Kreisbrandmeisters im Landkreis Cham. Vor 18 Jahren wurden Sie zum Kreisbrandrat (KBR) gewählt und sind damit seither für 190 Feuerwehren mit über 10.000 aktiven Feuerwehreinsatzkräften und 188 Jugendfeuerwehren im Landkreis Cham zuständig. Seit 2004 sind Sie stellvertretender und seit März 2014 Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz. Gleichzeitig gehören Sie dem Ausschuss des Landesfeuerwehrverbandes Bayern (LFV) und dem Verwaltungsrat des Vereins Bayerisches Feuerwehrerholungsheim als Vertreter der Oberpfälzer Feuerwehren an.

Neben Ihrer hohen beruflichen Belastung meisterten Sie in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als KBR zahlreiche Herausforderungen. So waren Sie persönlich als Örtlicher Einsatzleiter pausenlos im Einsatz beim Jahrhunderthochwasser 2002, beim Schneechaos 2006 oder bei der Hochwasserkatastrophe 2013. Zudem finden Sie immer noch die Zeit, sich in besonderer Weise bei der Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte zu engagieren, z. B. bei einer Katastrophenschutzübung mit mehr als 1.000 Einsatzkräften oder bei Seminaren für Atemschutzgeräteträger. Wichtig ist Ihnen das „Miteinander“. Dies beweist Ihr großes Engagement in der Zusammenarbeit mit der Polizei. Seit vielen Jahren sind Sie im Einsatzgeschehen Ansprechpartner für die Oberpfälzer Polizei. Die Zusammenarbeit ist stets von hohem Niveau und fachlichem Sachverstand geprägt. Ihre strukturierte Vorgehensweise ergänzt sich hervorragend mit der polizeilichen Einsatzbewältigung, sowohl im präventiven als auch im repressiven Bereich.

Das integrative Bemühen der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei steht für Sie an oberster Stelle. Sie initiieren Fortbildungen und Besprechungen, bei denen die Polizei fester Bestandteil ist. Dies wirkt sich sehr positiv auf die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis in den unterschiedlichsten Einsatzfällen aus. Sie sind „Motor“ regelmäßiger und inhaltlich wichtiger Besprechungen zwischen dem Polizeipräsidium sowie den Einsatzabteilungen und Führungsverantwortlichen der Feuerwehren der Oberpfalz. Hervorzuheben ist Ihr immer verbindliches Wesen und Ihre hohe persönliche Präsenz trotz hoher beruflicher Belastung. Der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung können nur in einem „Miteinander“ der unterschiedlichen Einsatzkräfte funktionieren. Ich danke Ihnen für Ihr dahingehendes unermüdliches Engagement und freue mich, Ihnen heute die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."