3. Bayerischer Eisenbahnempfang

Nürnberg, 6. Dezember 2016 (stmi). Nach den Worten von Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann war 2016 ein wichtiges Jahr für die Eisenbahn in Bayern. „Für viele Projekte wurden die richtigen Weichen gestellt. Fast ein Drittel der Schienenprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 sind in Bayern oder haben einen Bayern-Bezug. Zugfahren in Bayern wird künftig noch attraktiver“, hat Herrmann heute anlässlich des  3. Bayerischen Eisenbahnempfangs im Nürnberger DB-Museum gesagt.

3. Bayerischer Eisenbahnempfang im Nürnberger DB-Museum
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Gemeinsam mit Ronald Pofalla, Vorstand der Deutschen Bahn AG und der DB Mobility Logistics, hat Herrmann heute Bilanz gezogen und zugleich seinen Einsatz für einen weiteren Ausbau im Flächenstaat Bayern angekündigt. Herrmann: "Ich werde darauf pochen, dass auch weitere Projekte eine Ausbauperspektive bekommen oder mit einer höheren Priorität eingestuft werden.“ Auch für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), für den Bayern zuständig ist, gab es dieses Jahr gute Neuigkeiten. Trotz der großen Anzahl an Baustellen lobte der Minister die Pünktlichkeit im SPNV, die im Vergleich zum letzten Jahr um fast zwei Prozentpunkte auf rund 94 Prozent angestiegen ist.

Mehr Pünktlichkeit im SPNV

Die Qualität des Bahnland Bayerns überzeuge Fahrgäste, verstärkt mit der Bahn zu fahren. "Zu rund 85 Prozent liegt die Qualität über dem Mindeststandard, den Bayern von seinen Eisenbahnverkehrsunternehmen erwartet. Zusammen mit der Angebotsausweitung um fast 50 Prozent trägt dies entscheidend zur Steigerung der Fahrgastzahlen um starke 73 Prozent innerhalb von zwei Dekaden bei“, lobte Herrmann. Weitere Neuigkeiten beim SPNV gab es bei der Finanzierung. Wieviel Geld Bayern vom Bund für die Bestellung von Zügen bekommt, regelt das Regionalisierungsgesetz. Dieses Jahr wurde festgelegt, dass der Anteil dieser sogenannten Regionalisierungsmittel um 100 Millionen Euro auf rund 1,2 Milliarden Euro erhöht und sukzessive bis zum Jahr 2031 auf rund 1,7 Milliarden erhöht wird. "Damit haben wir für Bayern bis Anfang des übernächsten Jahrzehnts wieder Planungssicherheit“, erklärte Herrmann. Als bahnbrechend bezeichnete Herrmann die dieses Jahr beschlossene Beschränkung der jährlichen Steigerung der Trassen- und Stationspreise für den SPNV. Künftig seien die Preise auf 1,8 Prozent fixiert. Damit seien die Angebote im SPNV deutlich besser planbar als bisher.

Barrierefreier Ausbau von Bahnhöfen

Der barrierefreie Ausbau von Bahnhöfen ist ein weiteres Thema, das Herrmann am Herzen liege. Zwar ist die Deutsche Bahn als Eigentümer und der Bund für die Finanzierung zuständig, der Freistaat hat jedoch zuletzt viel Landesmittel investiert, um das Ziel “Bayern barrierefrei“ umzusetzen. "An 24 Bahnhöfen konnten dieses Jahr die Bauarbeiten starten. Der wichtige Knotenbahnhof Passau konnte sogar schon in Betrieb genommen werden. Im kommenden Jahr stehen weitere 10 Bahnhöfe wie beispielsweise der Holzkirchener Flügelbahnhof am Münchner Hauptbahnhof an“, so Herrmann. Als einen Durchbruch für München und das Münchner Umland bezeichnete Bayerns Verkehrsminister den Startschuss für die zweite Stammstrecke des Münchener S-Bahn-Netzes. Herrmann: "Die Finanzierung ist nun gesichert, der Bau der zweiten Hauptschlagader kann starten. Die Vorarbeiten haben bereits in diesem Jahr am Hauptbahnhof begonnen. Im April kann der Spatenstich für die Bauarbeiten am Marienhof hinter dem Münchener Rathaus gesetzt werden.“ Nach den Plänen der Deutschen Bahn sollen ab 2026 die ersten Züge durch die zweite Stammstrecke rollen.

Fortschritte auf überregionalen Strecken

Aber auch auf den überregionalen Strecken tut sich was. Der Bahnkorridor von München nach Zürich mit dem wichtigen Bahnknoten Lindau wird derzeit ausgebaut. Herzstück ist die Elektrifizierung der Strecke von München nach Lindau, für die 2017 der erste Spatenstich stattfinden wird. Zwei weitere Neubaustrecken gehen bereits 2017 in Betrieb. Herrmann: "Nächstes Jahr rollen erstmals Züge auf der Strecke von Würzburg nach Aschaffenburg auf der neuen Umfahrungsstrecke für den Schwarzkopftunnel. Das bedeutet eine Reduzierung der Fahrzeit und insbesondere für den Güterverkehr massive Erleichterungen.“ Als ein echtes Highlight kündigte der Verkehrsminister die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Thüringen und Oberfranken an, die nächstes Jahr in Betrieb genommen wird.  Damit sei die Fahrt von Berlin nach München bzw. Nürnberg in weniger als vier bzw. drei Stunden möglich. Einen verbesserten Takt kündigte Herrmann ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember an auf einigen Strecken an. "Reisende auf den Strecken von München nach Ingolstadt, sowie nach Mühldorf haben in Zukunft mehr Anschlüsse. Auch bei der S-Bahn gibt es gute Nachrichten: An Freitagnachmittagen wird es einen 10-Minuten-Takt geben“, sagte Herrmann. Abschließend betonte der Innenminister, wie wichtig ihm persönlich die Sicherheit im Eisenbahnverkehr sei. Herrmann plädierte klar für den Ausbau der Videoüberwachung in den Zügen und an den Bahnhöfen. "Seit 2010 setzen wir Kameras in den SPNV-Zügen bei allen Ausschreibungen verpflichtend voraus. In älteren Modellen rüsten wir je nach Bedarf sukzessive nach. Die Fahrgäste sollen sich sicher fühlen und auch weiterhin gerne Zug fahren. Die Menschen im Freistaat sollen wissen: In Bayern leben heißt sicherer leben", so Herrmann abschließend.