Illustration der 2. Stammstrecke am Marienplatz
© Deutsche Bahn AG

Offizieller Baubeginn der 2. Stammstrecke

München, 5. April 2017 (stmi). Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt haben gemeinsam mit Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann, Oberbürgermeister Dieter Reiter, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn Dr. Richard Lutz sowie dem Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn Ronald Pofalla den symbolischen Startschuss für die Bauarbeiten der 2. Stammstrecke gegeben. Gleichzeitig begann mit einem vielfältigen Programm ein zweitägiges Bürgerfest rund um den Baubeginn. Interessierten steht am Münchner Marienhof ein multimediales Infozentrum für Fragen rund um das Projekt zur Verfügung.

Bedeutung des Großprojekts für ganz Bayern

Startsignal für den Bau der 2. Stammstrecke mit (v.l.) DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Ministerpräsident Horst Seehofer, Oberbürgermeister Dieter Reiter, DB-Infrastrukturvorstand Ronald Profalla und Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann
© Deutsche Bahn AG/ Pablo Castagnola

Ministerpräsident Horst Seehofer hat erneut die Bedeutung des Großprojekts für ganz Bayern unterstrichen: "Der Spatenstich für die 2. Stammstrecke heute ist der Auftakt für ein Jahrhundertprojekt mit Strahlkraft nicht nur für die Metropolregion München, sondern für ganz Bayern. Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Es ist unser klarer Auftrag, die Infrastruktur den Bedürfnissen einer hochmobilen Gesellschaft in einer boomenden Metropolregion anzupassen. Ein boomendes wirtschaftliches Kraftzentrum wie die Metropolregion München braucht einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr, der mit dieser rasanten Entwicklung Schritt hält – zuverlässig, leistungsfähig und modern. Der heutige Baubeginn der 2. Stammstrecke ist ein Quantensprung für den Wirtschaftsstandort, für den öffentlichen Personennahverkehr und ein wesentlicher Baustein für mehr Mobilität und Ökologie. Der Freistaat will die 2. Stammstrecke für die Bürgerinnen und Bürger und hat in engem Schulterschluss mit Bund, Stadt und Deutscher Bahn dieses wichtige Projekt auf die Schiene gesetzt. Auch wenn viele angesichts der Probleme bei verschiedenen Mammutvorhaben in Deutschland es gar nicht so recht glauben wollten, ab heute können sie sich wieder mit eigenen Augen davon überzeugen: Bayern kann Großprojekte!“

Stufenplan vereinbart

Innenminister Joachim Herrmann unterzeichnet die Durchfinanzierungserklärung zur 2. S-Bahn-Stammstrecke
© Bayerische Staatskanzlei

Der Freistaat, der Bund und die Deutsche Bahn haben einen Stufenplan vereinbart, nach dem der Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München realisiert werden soll. Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann bezeichnete die Vereinbarung als „epochalen Durchbruch“ für ein Projekt, das den Bürgerinnen und Bürgern in München und vor allem auch den vielen Pendlern außerhalb von München zu Gute kommen werde. „Eine zweite Stammstrecke entlastet die S-Bahn-Hauptstrecke so stark, dass dort insgesamt fast die doppelte Menge an Fahrgästen in nahezu doppelt so vielen Zügen transportiert werden kann. Darüber hinaus sind mit dem Bau der Strecke zahlreiche Verbesserungen verbunden.“ Die Vereinbarung sieht vor, dass der Bund die förderfähigen Baukosten der 2. Stammstrecke bis zu 60 Prozent trägt. Das Vorhaben soll aus dem Bundesprogramm zur Gemeindeverkehrsfinanzierung (GVFG) gefördert werden. Nach der Einigung über den künftigen Bund-Länder-Finanzausgleich steht das Bundesprogramm auch über das Jahr 2019 als Finanzierungsquelle zur Verfügung. Aufgrund der beschränkten Mittel im GVFG-Bundesprogramm wird der Freistaat im Interesse einer zügigen Realisierung der 2. Stammstrecke fehlende Bundesanteile vorfinanzieren. Am 21. Dezember 2017 hat die Staatsregierung die sogenannte „Durchfinanzierungserklärung des Freistaates Bayern“ gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn Dr. Rüdiger Grube abgegeben und damit die Finanzierung der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München rechtswirksam zugesichert. Am 25. Oktober 2016 hatten sich Bund und Freistaat auf den Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München geeinigt.

Zukunftsweisende Entwicklung für die S-Bahn

Illustration der 2. Stammstrecke München
© Deutsche Bahn AG

Nach aktuellen Planungen der Deutschen Bahn ist von einer gut neunjährigen Bauzeit auszugehen, was eine Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke im Jahr 2026 ermöglichen würde. Herrmann sagte, die 2. Stammstrecke sei das zentrale Element des Bahnknoten-Konzepts der Staatsregierung: „Sie ist notwendig, um eine zukunftsweisende Entwicklung für die S-Bahn zu eröffnen. Und mit ihrem Bau ist ein ganzes Bündel von Infrastrukturmaßnahmen verbunden: Neben einem sieben Kilometer langen Tunnel mit zwei Tunnelröhren gebe es drei unterirdische Stationen am Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof sowie vier Kilometer oberirdische Strecke. Darüber hinaus entstehen zwei Verknüpfungsbahnhöfe zwischen 1. und 2. Stammstrecke in Laim und am Leuchtenbergring sowie weitere sieben netzergänzende Maßnahmen im Außenbereich des Münchner S-Bahnnetzes.“

Gesamtkosten von 3,2 Milliarden Euro

Ein wesentlicher Meilenstein, damit die Staatsregierung über die Durchfinanzierung und damit über die endgültige Realisierung der 2. Stammstrecke entscheiden konnte, war die von der Deutschen Bahn zu erstellende sachgerechte Kostenermittlung. Danach ergeben sich Gesamtkosten von 3,2 Milliarden Euro, sowie möglichen Kostenrisiken von bis zu weiteren rund 650 Millionen Euro. Die Kostenentwicklung sei unter anderem darin begründet, dass bei der Bauindustrie Hochkonjunktur besteht und die Bieter aufgrund der langen Projektlaufzeit die von der Deutschen Bahn verlangten Festpreise mit hohen Risikoaufschlägen versehen haben.

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