Wohnprojektetag 2017

München, 13. November 2017 (stmi). Innen- und Baustaatssekretär Gerhard Eck will die Bremsen für die Wohnungsbauwirtschaft lösen.

Innen- und Baustaatssekretär Gerhard Eck
© Oberste Baubehörde, Kathrin Schäfer

„Wir müssen das Bauen deregulieren und entbürokratisieren. Das fordern wir auch bei den derzeit laufenden Sondierungsge­sprächen in Berlin energisch ein“, erklärte der Staatssekretär auf dem heutigen Wohnprojektetag 2017 in der Bayerischen Architektenkammer in München.

Nach den Worten Ecks kann man willigen Bauherren nicht noch mehr Steine in den Weg legen: „Wir brauchen mehr Wohnraum. Den erhalten wir nicht, wenn der Bund beispielsweise die Anforderungen an die Energieeinsparung weiter erhöht. Im Gegenteil: Damit schießen die Baukosten in die Höhe und das schreckt die Bauherren unnötig ab.“ Der Freistaat Bayern arbeitet laut Eck seit Jahren am Bürokratieabbau. So habe man in Bayern beim Woh­nungsbau und in der Städtebauförderung die Vorgaben so weit wie möglich reduziert.

Effizient Bauen – Leistbar Wohnen

Hilfestellung für Planer und Bauherren gibt die Oberste Baubehörde durch das seit mehr als zwei Jahren laufende Mo­dellvorhaben „Effizient Bauen – Leistbar Wohnen“. Hier hat man Planer, Wohnungs­unternehmen und Kommunen aufgefor­dert, eingefahrene Bau- und Wohnstand­ards innerhalb der gesetzlichen Rege­lungen zu hinterfragen, um die Baukosten zu begrenzen. Das Zwischenergebnis stellte Eck heute in der Architektenkammer vor: „Planer sollten ihr Augenmerk besonders auf sparsame Grundrisse und einfache Konstruktionen richten. Kommunen sollten ihre Stellplatz­satzungen zumindest für den öffentlich geförderten Wohnungsbau überdenken."

Ausweisung von neuem Bauland notwendig

Wie Eck weiter erläuterte, ist eine Grundvoraussetzung für die Schaffung von mehr Wohnraum die ausreichende Bereitstellung von Bauflächen. "Deshalb unterstützen wir die Städte und Gemeinden in Bayern fachlich und finanziell bei der Nutzbarmachung von Flächenpotentialen und der Ausweisung von neuem Bauland", so der Staatssekretär. "Wir haben dafür die Ausweitung des beschleunigten Verfahrens auf den Wohnungsbau am Ortsrand sowie die Einführung der neuen Gebietskategorie 'Urbanes Gebiet' in der Baunutzungsverordnung energisch unterstützt."

Der Wohnprojektetag Bayern fand heute zum neunten Mal als Kooperationsveranstaltung der Obersten Baubehörde  und  der Bayerischen Architektenkammer in München statt. Unter dem Titel „Standards, anders – mehr Wohnungen? Standards, alternativ  neue Qualität?“ stellten Referenten aus fünf europäischen Ländern ihre Haltung im Diskurs um die Bezahlbarkeit des Wohnens vor.

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