Kostensicherheit für staatliche Bauvorhaben

München, 27. Februar 2018 (stmi). Innen- und Bauminister Joachim Herrmann hat im Ministerrat das neue Projektcontrolling im Staatlichen Hochbau vorgestellt, mit dem die Staatsregierung Kostensteigerungen und Terminverzögerungen noch besser vorbeugen will.

Spatenstich
© Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Herrmann: „Die anhaltende Hochkonjunktur am Bau stellt unsere Staatsbauverwaltung vor große Herausforderungen. Mit einer präzisen Kosten- und Terminsteuerung durch die Staatlichen Bauämter und mit einer neuen zentralen Stabsstelle in der Obersten Baubehörde wollen wir trotz des schwierigen Marktumfelds bei staatlichen Bauvorhaben eine höhere Kostensicherheit erreichen.“ Wie Herrmann erklärte, führen derzeit marktbedingte Baupreissteigerungen, die weit über der üblichen Indexsteigerung liegen, oft zu unkalkulierbaren Mehrkosten. Daneben seien die Kapazitäten bei den Planungsbüros wie auch in der Bauwirtschaft insgesamt nahezu ausgeschöpft. Herrmann: „Sowohl Architekturbüros und Ingenieurbüros, als auch Handwerker erbringen vertraglich vereinbarte Leistungen oft nur mit Verspätung. Das führt zu nicht hinnehmbaren Verzögerungen. Wir brauchen deshalb zusätzliche Maßnahmen zur Risikominimierung, um rechtzeitig gegensteuern zu können.“

Großbauprojekte im Fokus

Besonders im Fokus stehen Großbauprojekte. Baumaßnahmen mit Baukosten von mehr als 20 Millionen Euro wird in Zukunft eine neue zentrale Stabstelle an der Obersten Baubehörde überwachen. Herrmann: „Die neue Stabstelle bekommt zehn Mitarbeiter und wird noch in der ersten Jahreshälfte 2018 die Arbeit aufnehmen. Sie fungiert künftig als Frühwarnsystem. Sobald sie eine Baumaßnahme als gefährdet ansieht, was Kosten und Termine betrifft, wird der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags informiert.“

Wirtschaftlichkeit als Schwerpunkt

Schon bei der Planung von Baumaßnahmen will der Bauminister künftig einen klaren Schwerpunkt bei der Wirtschaftlichkeit setzen. „Bei Planungswettbewerben wollen wir in Zukunft die Baukosten wie auch die späteren Unterhaltskosten des Gebäudes höher gewichten“, so Herrmann. Noch vor Planungsbeginn sieht Herrmann zudem eine kritische Prüfung durch den Bauherrn vor: „Das Raumprogramm und der Bedarf des späteren Nutzers des Gebäudes müssen abschließend geklärt sein. Spätere Änderungswünsche treiben die Kosten immens in die Höhe und können nicht mehr akzeptiert werden.“

Künftig sollen in begründeten Einzelfällen Generalplaner und Generalunternehmer vermehrt eingesetzt werden. Herrmann: „Bei zeitkritischen Baumaßnahmen führt das zur Beschleunigung. Auch eine höhere Kostensicherheit kann erzielt werden, wenn alles aus einer Hand kommt.“

Das Projektcontrolling im Staatlichen Hochbau soll nach zwei Jahren vor dem Hintergrund der dann bestehenden Marktbedingungen evaluiert werden.