Staatssekretär mit den Geehrten
© Regierung von Unterfranken/Johannes Hardenacke

Eck überreicht Bundesverdienstkreuz und Ehrenzeichen

Würzburg, 2. März 2018 (stmi). Innenstaatssekretär Gerhard Eck hat das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland  Eberhard Helm, Siegfried Kaidel, Helmut Luff und Franz Stephann ausgehändigt sowie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern an Rosemarie Schotte überreicht. 

Bundesverdienstkreuz am Bande

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Eberhard Helm aus Ostheim v. d. Rhön, Landkreis Rhön-Grabfeld

Eberhard Helm setzt sich neben seiner Tätigkeit als Arzt für Allgemeinmedizin seit vielen Jahren im Sport sowie in der Gesundheitsprävention für alle Altersgruppen ein. Er motiviert nicht nur seine Patienten, sondern die gesamte Bevölkerung im Landkreis Rhön-Grabfeld mit verschiedenen innovativen Angeboten, sich präventiv für den Erhalt der eigenen Gesundheit sportlich zu betätigen oder auch zur Linderung von Beschwerden Sport zu treiben. Hierbei arbeitet er sehr eng unter anderem mit den Sportvereinen im Landkreis sowie mit dem Landratsamt Rhön-Grabfeld zusammen. Schon während seiner Studienzeit und vor allem seit seiner Niederlassung als praktischer Arzt in Ostheim übernahm er, der er selbst erfolgreicher, aktiver Läufer war, viele Aufgaben im "TSV Ostheim/ Rhön 1861 e. V.". Unter anderem trainierte er den Ostheimer Leichtathletiknachwuchs und widmete sich dem Aufbau eines erfolgreichen Läuferkaders. Von 2000 bis 2013 war er Jugendleiter. Auch als Mitglied des Jugendhilfeausschusses für den Landkreis Rhön-Grabfeld kümmert er sich seit 1996 aktiv um die Belange und Probleme junger Menschen. Im Jahr 1995 initiierte er erstmalig den "Rhön-Grabfeld-Cup", eine große gemeinsame Wettbewerbsveranstaltung für Leistungs- und Breitensportler, die sich zur beliebten Laufserie für alle Altersklassen in vielen Sportvereinen im Landkreis entwickelte. 1997 regte er die Gründung des "Leichtathletik Zentrums Rhön-Grabfeld" an und ist seitdem dessen 1. Vorsitzender. Einige Athleten konnten Erfolge bei bayerischen und unterfränkischen Meisterschaften erreichen und wurden regelmäßig in die jeweiligen Kader berufen. Seine Schützlinge erzielten unter anderem Europameistertitel und nahmen an Berglaufweltmeisterschaften teil. Zudem fungierte er als Mannschaftsarzt der deutschen Nationalmannschaft im "Deutschen Leichtathletikverband" und war und ist in unterschiedlichen Funktionen für den „Bayerischen Leichtathletik-Verband e. V., Bezirk Unterfranken" tätig. Mit der von ihm ins Leben gerufenen "Ostheimer Gesundheitswoche" versuchte er vor allem Nichtsportlern die gesundheitlichen Aspekte regelmäßiger Bewegung nahe zu bringen. Das Konzept integriert medizinische Fachvorträge mit praktischen Vorführungen und Aktionen und wird unter anderem vom Sportclub "SC Ostheim/Rhön e. V.“ getragen, bei dem er 2013 Gründungsmitglied war und seither als Trainer Leichtathletik und Abteilungsleiter Gesundheitssport fungiert. 2016 wurde er zu einem von drei Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er hat die Gründung einer Osteoporosegruppe und des Ostheimer Lauftreffs sowie das Gesundheitspräventions-Projekt "Dorfrunde" initiiert, das insbesondere die ältere Generation zur Bewegung animieren soll. Außerdem gehört er seit 1988 dem Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde St. Michael Ostheim an.

Siegfried Kaidel aus Grafenrheinfeld, Landkreis Schweinfurt

Siegfried Kaidel engagiert sich seit annähernd vier Jahrzehnten im Bereich des Rudersports auf örtlicher Ebene wie auch auf Landes- und Bundesebene. Kaidel war selbst erfolgreicher Rennruderer. Als Trainer und Abteilungsleiter Sport des "Schweinfurter Ruder-Club Franken von 1882 e. V." führte er zahlreiche Kinder und Jugendliche an das Rudern heran. Er bildete aus und betreute das Training. Bei Wettkämpfen in ganz Deutschland sorgte er für Unterkunft, Verpflegung, Finanzierung, Transport und Betreuung. Als stellvertretender Vorsitzender für den Bereich Sport von 1989 bis 1992 war es auch seine Aufgabe, Trainer, Ausbilder und Betreuer zu gewinnen. Als Regattaleiter von 1989 bis 1996 gelang es ihm, überregional bedeutsame Regatten in Schweinfurt anzusiedeln. Von 1997 bis 2015 trug er als Erster Vorstand die Gesamtverantwortung für den Ruder-Club. In diese Zeit fiel die energetische Sanierung des Bootshauses, die Errichtung einer Boots- und Sporthalle und eine Erweiterung und Erneuerung des Bootsparks, wofür er Spendengelder akquirierte. Mit dem "Deutschen Wanderruderer-Treffen" und dem "Deutschen Rudertag" gelang es ihm, zwei Veranstaltungen in die Region zu holen, die für den deutschen Rudersport von großer Bedeutung sind. Daneben förderte er auch den Schulsport. So konnte das Celtis-Gymnasium Schweinfurt viele Erfolge beim Schulruderwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" erzielen. Außerdem engagierte er sich ehrenamtlich und unentgeltlich beim "Bayerischen Ruderverband e. V." und war dort von 1995 bis 1998 in der Funktion des Vizepräsidenten Sport und von 1998 bis 2007 als Präsident tätig. Seither ist er als Ehrenpräsident weiter Mitglied im Präsidium. Schließlich ist er auch im "Deutschen Ruderverband e. V." in verantwortlicher Position tätig. Ab 2001 als Stellvertreter, wurde er 2007 zum Vorsitzenden des Präsidiums gewählt. Die Konferenz der Olympischen Spitzenverbände, zu der 34 Fachverbände zählen, wählte ihn 2014 zum Sprecher des "Deutschen Olympischen Sportbundes" und damit zu einem der hochrangigsten deutschen Funktionäre des Sports. In dieser Eigenschaft ist er einer der wichtigsten Ansprechpartner der Politik bei der organisatorischen und finanziellen Neuausrichtung des deutschen Spitzensports. Die Wahl in dieses Amt zeigt, dass er weit über den Rudersport hinaus das Vertrauen der Sportverbände genießt.

Helmut Luff aus Bad Königshofen, Landkreis Rhön-Grabfeld

Helmut Luff engagiert sich seit weit über drei Jahrzehnten insbesondere für den "Sozialverband VdK Bayern e. V.". Er ist seit 1981 Mitglied im "VdK" und übte seither Ehrenämter auf Orts-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene aus. Als Vorsitzender des Ortsverbandes Bad Königshofen im Grabfeld seit 1988 und als Vorsitzender des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld von 1994 bis 2014 brachte er mit zahlreichen Impulsen sein soziales Engagement zum Ausdruck. Die steigende Mitgliederzahl, darunter auch viele jüngere Mitglieder, beweist die erfolgreiche Arbeit des Kreisverbandes, die große Bedeutung des Beratungsangebotes und die Wertschätzung der vielfältigen Hilfen und Unterstützungen durch die Bevölkerung. Als Vorsitzender lenkte Helmut Luff maßgeblich die Geschicke des VdK-Kreisverbandes Rhön-Grabfeld und trug die Philosophie des Sozialverbandes mit. Er eignete sich viele Kenntnisse über sozialrechtliche Angelegenheiten an und stand in vertrauensvoller Zusammenarbeit den Mitgliedern in allen Fragen des Sozialrechts zur Verfügung. Daneben griff der VdK-Kreisverband unter seiner Führung immer wieder aktuelle Themen auf und bot mit verschiedenen Veranstaltungen Informations- und Diskussionsgrundlage für interessierte Mitglieder der kreisangehörigen Ortsverbände. Luff prägte auch sowohl im Bezirksausschuss von 1994 bis 2014 als auch im Landesverbandsausschuss 2007 bis 2015 die Geschicke und Belange des Sozialverbands VdK maßgeblich mit. Mit Weitsicht und Augenmaß hat er Entscheidungen der sozialpolitischen Ausrichtung des stark wachsenden VdK Bayern mitgetragen. Stets forderte er die Konzentration auf das Kerngeschäftsfeld der Rechtberatung und war hierbei im Finanz- und Personalausschuss von 2011 bis 2015 an der entscheidenden Schaltstelle tätig. Sein Wirken war allzeit davon geprägt, den Menschen zu dienen, welche im VdK eine Solidargemeinschaft finden. Für sein langjähriges, engagiertes Wirken im VdK-Kreisverband Rhön-Grabfeld wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Weiteres Verantwortungsbewusstsein und Interesse für das gesellschaftliche Leben zeigt er als Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Bad Königshofen im Grabfeld seit 2001 sowie im Kreisvorstand der Freien Wähler Bad Königshofen im Grabfeld seit 1990.

Franz Stephan aus Gerolzhofen, Landkreis Schweinfurt

Franz Stephan, Altbürgermeister aus Gerolzhofen, engagierte sich viele Jahrzehnte im kirchlichen, kommunalpolitischen und sozialen Bereich. Er war von 1995 bis 2003 hauptamtlicher Direktor des "Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V." und in dieser Funktion „geborenes Mitglied“ im Vorstand des "St. Josefs-Stift Eisingen e. V.". Mitglied in diesem Verein war er mit seiner Familie bereits seit 1971. Nach seiner Ruhestandsversetzung im Jahr 2003 wurde er von der Mitgliederversammlung des Vereins zum ehrenamtlichen 1. Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion leitete er zusammen mit anderen die Gesellschafterversammlungen, bestimmte die Geschäftspolitik und wirkte für die GmbH, die behinderten Bewohnerinnen und Bewohner und die Beschäftigten. Mit großem Geschick, fachlicher Kompetenz und menschlichem Einfühlungsvermögen entwickelte er das St. Josefs-Stift Eisingen weiter. Er plante zusammen mit dem Vereinsvorstand und der Geschäftsführung, den Kostenträgern, der Heimaufsicht und den beauftragten Architekten mehrere Baumaßnahmen. Nicht zuletzt dank seiner Erfahrung und seines Verhandlungsgeschickes als pensionierter Caritasdirektor konnten die zum Teil langwierigen Maßnahmen durchgeführt werden. Im Jahr 2012 legte er aus Altersgründen das Amt nieder, das von ihm aufgrund seines hohen zeitlichen Einsatzes als „Fulltime-Job“ ausgeübt wurde. Darüber hinaus kümmerte er sich als verdienter Kommunalpolitiker von 1972 bis 1977 als Mitglied des Stadtrats von Gerolzhofen sowie von 1977 bis 1989 als Erster Bürgermeister um die Geschicke der Stadt Gerolzhofen. Während seiner Amtszeit setzte er sich für die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft ein und trieb die Altstadtsanierung voran. Er verwendete sich für Betriebs- und Gewerbeansiedlungen, um so neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dank seines Engagements konnte die Stadt viele Maßnahmen und Projekte umsetzen, wie beispielsweise die Errichtung eines Hallen- und Freibades. Daneben war er von 1978 bis 1989 Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen sowie Vorsitzender der Schulverbände "Gerolzhofen Grundschule" und "Gerolzhofen Hauptschule". Bereits von 1957 bis 1962 leitete er ehrenamtlich eine Gruppe der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) in der Katholischen Stadtpfarrei Gerolzhofen und war gleichzeitig Pfarrleiter aller Jugendgruppen im Dekanat Gerolzhofen. Des Weiteren gehörte er von 1971 bis 1977 sowie von 1995 bis 2012 der Kirchenverwaltung der Pfarrei Gerolzhofen an. Hier engagierte er sich beispielsweise bei der Renovierung verschiedener denkmalgeschützter Kirchen in Gerolzhofen und beim Neubau eines Kindergartens, für den er im Auftrag der Kirchenverwaltung den Betrieb hinsichtlich Personal, Finanzen und Gebäudeverwaltung übernahm. Daneben war er auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins für ambulante Krankenpflege in Gerolzhofen und modernisierte 1977 die Struktur des Vereins. Schließlich wirke er seit 1993 als Beisitzer der Vorstandschaft des „Kreis-Caritasverbandes Gerolzhofen-Volkach-Wiesentheid e. V.“.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.

Rosemarie Schotte aus Himmelstadt, Landkreis Main-Spessart

Rosemarie Schotte hat im Jahr 1994 die ehrenamtliche Organisation und Leitung des 1986 gegründeten Weihnachtspostamtes in Himmelstadt übernommen. Die Zuschriften sind seitdem von etwa 25.000 auf bis zu 80.000 gestiegen. Das Weihnachtspostamt wird in Kooperation zwischen der Gemeinde Himmelstadt und der Deutschen Post betrieben. Frau Schotte verfasst Weihnachtsbriefe an Kinder in der ganzen Welt, fertigt Entwürfe für die Neugestaltung von Kuverts und Weihnachts-Sonderstempeln und wirbt ehrenamtliche Helferinnen und Helfern für ihr "Briefbeantworter-Team" an. Des Weiteren kümmert sie sich um die Dekoration des Weihnachtspostamtes und bestückt Stellwände mit Bildern und Zitaten von Kindern aus aller Welt. Jeweils am 1. Advent begrüßt sie die Gäste zur Eröffnung des Weihnachtspostamtes. Zudem kümmert sie sich um die Herausgabe von Pressemitteilungen und Interviews mit einer Vielzahl von Medien. Außerdem stellt sie Texte für die ganzjährig geöffnete Ausstellung des Weihnachtspostamtes in der historischen Poststelle zusammen und aktualisiert diese. Am Museumstag bietet sie Führungen und Vorträge für die Besucherinnen und Besucher an. Ganzjährig stellt sie angemeldeten Reisegruppen das Weihnachtspostamt in Himmelstadt vor. Das Weihnachtspostamt ist vom 1. Advent bis Heilig Abend besetzt und geöffnet. Jedes Jahr werden bereits ab Anfang November die eingehenden Briefe mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bearbeitet. "Problembriefe", in denen es inhaltlich um Krankheit, Tod, Trennung der Eltern, Mobbing und dergleichen geht, werden von ihr persönlich beantwortet. Allein dabei handelt es sich um etwa 200 Briefe jährlich. Auch Briefe, die nach Weihnachten und noch bis zum 15. März eintreffen, werden beantwortet. Darum kümmert sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann. Jährlich wenden die beiden etwa 600 Stunden für das Weihnachtspostamt in Himmelstadt auf. Seit 2010 engagiert sich Frau Schotte neben ihrem ehrenamtlichen Wirken im Weihnachtspostamt auch noch als Schriftführerin im Frauenkreis Himmelstadt im Katholisch Deutschen Frauenbund.