Trauma-Ersthelfer für Geflüchtete in Landsberg am Lech
© Bildarchiv Bayerischer Landtag

Verleihung des Bayerischen Integrationspreises 2018

München, 16. Mai 2018 (stmi). Bayerns Integrationsminister Joachim Herrmann würdigte beim Festakt im Bayerischen Landtag besonderes Engagement in der Integrationsarbeit: "Unser Ziel ist, dass Einheimische und Zugewanderte in Bayern friedlich zusammenleben. Das gelingt nur durch Integration.“

Joachim Herrmann hat heute bei der Verleihung des Bayerischen Integrationspreises 2018 im Bayerischen Landtag betont, wie wichtig gelingende Integration ist.

Als entscheidende Faktoren nannte Herrmann Sprache, Bildung, Arbeit und Wohnen, aber auch die Vermittlung unserer Werte, unserer Rechtsordnung und unserer Art zu leben. „Denn wir integrieren nicht in Beliebigkeit, sondern durch Orientierung“, unterstrich Herrmann. Dem Motto des diesjährigen Preises entsprechend, 'Startklar für Ausbildung und Beruf – Integration in den Arbeitsmarkt', erklärte Herrmann: „Wir haben in Bayern ein großes Interesse daran, die dauerhaft Bleibeberechtigten gut in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Denn jeder anerkannte Flüchtling, der seinen Lebensunterhalt selbst verdient, trägt seinen Teil zur Gesellschaft bei und stärkt damit unsere Gemeinschaft. So bleibt Bayern auch weiterhin das Land der gelingenden Integration.“

Fördern und Fordern

Wie Herrmann zudem ausführte, hat sich in Bayern bewiesen, dass der Schlüssel zum Erfolg der Integration das Prinzip ‚Fördern und Fordern‘ ist. Bayern fördert Integration wie kein anderes Land, aber fordert sie auch ebenso sehr ein. „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht den aktiven Integrationswillen der Zugewanderten genauso wie die Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Einheimischen“, so Herrmann. Er dankte allen Preisträgern für ihr großartiges und vorbildliches Engagement.

Träger des Bayerischen Integrationspreises 2018

1.Platz (Preisgeld 3000 Euro), Trauma-Ersthelfertraining für Geflüchtete, Landsberg am Lech. Träger ist das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Landsberg am Lech. Ziel ist die psychologische Unterstützung Geflüchteter bei der Bewältigung von Traumata durch Ausbildung muttersprachlicher Trauma-Ersthelfer/innen. Seit 2016 haben rund 30 Personen die Ausbildung absolviert. Trauma-Bewältigung ist eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Einstieg in Ausbildung und Arbeitsmarkt. Den Betroffenen soll in akuten Belastungssituationen die Möglichkeit gegeben werden, in ihrer jeweiligen Muttersprache erklärt zu bekommen, was mit ihnen geschieht und sie zu motivieren ihre Situation zu begreifen und zu bewältigen.

2. Platz (Preisgeld 2000 Euro), Learn4Work – Geflüchtete finden ihren Weg in den Arbeitsmarkt, Puchheim. Trägerin ist Marlies Eller (Koordinatorin von BIK-Schulen und Ausbildung). Durch Betreuung junger Geflüchteter wird die gezielte Förderung an Schulen oder in der Ausbildung ermöglicht. Grundlage ist die Ermittlung des individuellen Förderbedarfs. Sowohl Stärken als auch eventuell vorhandene Handicaps oder vorliegende Traumata sollen so erfasst werden, um anschließend die passende Schule, den angemessenen Ausbildungsplatz oder Einrichtung zu vermitteln und weiter zu begleiten.

3. Platz (Preisgeld 1000 Euro), StayWelcome e. V., München. Trägerin ist Margaux Metze. Die intensive Vorbereitung der Bewerber durch Workshops, Mentoring-Programme, und anderer Maßnahmen ermöglicht den Einstieg von geflüchteten Menschen ins Berufsleben. Die Betriebe werden nach der Anstellung der Geflüchteten bei der Überwindung bürokratischer Hürden unterstützt.