Regierungspräsidentenwechsel in Unterfranken

Würzburg, 21. Dezember 2018 (stmi). Mit dem Wechsel des bisherigen Regierungspräsidenten von Unterfranken, Dr. Paul Beinhofer, zu Nachfolger Dr. Eugen Ehmann hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in Würzburg den bisherigen Amtsinhaber als Rekordhalter in den Ruhestand verabschiedet.

Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann, Innenminister Joachim Herrmann und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer
© Johannes Hardenacke/ Regierung von Unterfranken

"Heute geht sprichwörtlich eine Ära zu Ende", sagte Herrmann. Bis zum heutigen Tag hatte Beinhofer aktuell die längste Amtszeit aller Regierungspräsidenten in ganz Deutschland inne. In der Vergangenheit erreichten von seinen 23 Vorgängern in Unterfranken seit 1817 nur zwei eine längere Amtszeit. "Mit diesem bemerkenswerten Rekord beendet ein überaus geschätzter Spitzenbeamter verdienterweise seine beeindruckende berufliche Karriere", so der Minister. In den letzten 18 Jahren habe Beinhofer durch sein Wirken und entschlossenes Handeln an der Behördenspitze einen entscheidenden Beitrag zur positiven Entwicklung Unterfrankens geleistet.

Amtszeitrekord als Regierungspräsident

Bereits seit 1. März 2000 war Beinhofer an der Spitze der Regierung von Unterfranken. Als Behördenleiter der Bezirksregierung hatte er damit Verantwortung für mehr als 800 Mitarbeiter und war Dienstvorgesetzter von über 10.000 Staatsbediensteten im Regierungsbezirk. "Die Entwicklung der ländlichen Räume war und ist Ihnen sehr wichtig, ebenso der Ausbau Unterfrankens als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort", sagte Herrmann. "In Ihrer Amtszeit haben Sie zahlreiche bedeutende Projekte und Initiativen erfolgreich zum Abschluss gebracht oder vorangetrieben." Dazu gehören beispielsweise der Ausbau der Hochschulen und die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur mit unter anderem dem Neubau der Autobahn 71 zwischen Erfurt und Schweinfurt sowie die Initiierung der "Aktion Grundwasserschutz – Trinkwasser für Unterfranken". Während seiner Amtszeit ist Beinhofer zudem mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem goldenen Siegel der Handwerkskammer Unterfranken, der Wilhelm Joseph Behr-Medaille und der Medaille "Naturerbe Bayern" ausgezeichnet worden.

Dank für unermüdlichen Einsatz

Auch vor seiner Zeit als Regierungspräsident konnte der Münchner Spitzenjurist von seinen Fähigkeiten überzeugen: Nach dem zweiten Staatsexamen 1980 begann er seinen Staatsdienst bei der Regierung von Oberbayern im Sachgebiet für "Öffentliche Sicherheit und Ordnung", bevor er bereits ein Jahr später ins Bayerische Innenministerium wechselte. Drei Jahre lang befasste er sich dort mit den Rechtsgebieten Bau-, Wasser-, Verfassungs- und Allgemeines Verwaltungsrecht, wobei er gleichzeitig 1981 seine Promotion zum Dr. jur. mit der Bestnote "summa cum laude" abschloss. In den Jahren 1984 bis 1986 leistete er seinen "Außendienst" als Leiter der Abteilung "Kommunalaufsicht und Abfallwirtschaft" am Landratsamt Fürstenfeldbruck, bis er seinen Lebensmittelpunkt nach Karlsruhe verlagerte. Dort war er bis 1989 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Bundesverfassungsrichter und späteren Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Dr. Otto Seidl, tätig. Schließlich wechselte Beinhofer 1989 als Sachgebietsleiter erneut an die Regierung von Oberbayern und zwei Jahre später ins Bayerische Innenministerium. Vor seiner letzten Station als Regierungspräsident von Unterfranken konnte er bereits fast drei Jahre lang wertvolle Erfahrungen als Regierungsvizepräsident der Regierung der Oberpfalz sammeln. Herrmann dankte Beinhofer im Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung für seinen unermüdlichen Einsatz: "Sie haben sich den Ruhestand wahrlich verdient!"

Mobilität und Berufserfahrung

Als "äußerst kompetenten Nachfolger" bezeichnete Herrmann Dr. Eugen Ehmann, bisheriger Regierungsvizepräsident von Mittelfranken. "Sie werden Ihren bisherigen erfolgreichen Weg sicherlich auch als neuer Regierungspräsident weitergehen", so Herrmann. Der Werdegang des Tauberbischofsheimers ist laut Minister von Bereitschaft zur Mobilität und vielfältigen Berufserfahrungen gekennzeichnet. Seine Stationen führten ihn von der Regierung von Mittelfranken bereits ins Bayerische Innenministerium, in das Landratsamt Nürnberger Land, ins Landesgesundheitsamt in Erlangen sowie in die Bayerische Staatskanzlei. "Sie bringen die besten Voraussetzungen mit, um den Regierungsbezirk Unterfranken erfolgreich weiter zu führen", lobte Herrmann. Als besondere Herausforderungen nannte er zum Beispiel die Digitalisierung, den Fachkräftemangel sowie die Schaffung von ausreichend Wohnraum.

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