Mit High-Tech auf Verbrecherjagd

Nürnberg, 8. November 2019 (stmi). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt das neue Kriminallabor in Nürnberg vor. Rund 900.000 Euro hat der Freistaat in die hochmoderne Ausstattung investiert und damit die Kriminaltechnik in Mittelfranken zukunftssicher ausgebaut.

Innenminister Joachim Herrmann steht vor Pressewand des Polizeipräsidiums Mittelfranken.
© PP Mittelfranken

Dem Polizeipräsidium Mittelfranken steht in Nürnberg ab sofort ein neues Kriminallabor zur Verfügung. "Jetzt können unsere mittelfränkischen Polizisten mit High-Tech auf Verbrecherjagd gehen", hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der heutigen Vorstellung des Labors im Beisein des mittelfränkischen Polizeipräsidenten Roman Fertinger betont. Auf einer Fläche von 520 Quadratmetern gibt es auch für große Spurenfälle ausgelegte Laboranlagen. Rund 900.000 Euro hat der Freistaat in die hochmoderne Ausstattung investiert. "Bestens angelegt", findet der Innenminister. "Denn damit haben wir die Kriminaltechnik in Mittelfranken zukunftssicher ausgebaut."

Bayernweit einmalige Anlage

Bayernweit einmalig ist nach Herrmanns Worten, dass es zwei getrennte Laborstraßen gibt, die jeweils mit allen erforderlichen Gerätschaften ausgestattet sind. "So kann eine Verunreinigung von Spurenträgern noch zuverlässiger verhindert werden, beispielsweise wenn bei einem Kriminalfall Täter- und Geschädigtenspuren gleichzeitig ausgewertet werden müssen", erklärte der Minister. "Dadurch können unsere Kriminalexperten noch schneller wichtige Ermittlungsansätze überprüfen." 

Unter anderem steht künftig auch ein 'Vakuum-Cyanacrylat-Bedampfungsgerät' zur Verfügung. Diese Methode eignet sich für die Fingerspurensicherung bei Spurenträgern, deren Oberfläche bei normaler Luftzirkulation durch die Cyanacrylatdämpfe nicht erreicht werden können. Durch das angelegte Vakuum kann eine Sicherung beispielsweise auch an zerknüllten Aluminiumfolien oder an Asservaten ohne Herausnahme aus deren Umverpackung durchgeführt werden. Wichtig ist dem Innenminister auch, dass durch technische Innovationen in den kommenden Jahren weitere Laborgeräte angeschafft werden können: "Dafür haben wir im neuen Kriminallabor mit zusätzlichem Platz bereits vorgesorgt."

Arbeitssicherheit als zentraler Aspekt

Neben der hochmodernen Spurenauswertung war laut Herrmann die Arbeitssicherheit für die Kolleginnen und Kollegen der Spurensicherung ein zentraler Aspekt. "Wir wollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise vor Gefahren beim Umgang mit Chemikalien optimal schützen", erläuterte der Minister. "Darum haben wir mit entsprechenden technischen Schutzeinrichtungen vorgesorgt und bei der Einrichtung besonderen Wert auf Arbeitsschutz gelegt."

Hohe Aufklärungsquote

Ein Gradmesser für die Qualität der Arbeit der Polizei ist nach Herrmanns Worten die Aufklärungsquote, also das Verhältnis der polizeilich aufgeklärten Taten in Bezug auf die Gesamtzahl der registrierten Straftaten: "Hier belegt die Bayerische Polizei bereits seit vielen Jahren im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz." 2018 betrug die Aufklärungsquote in Bayern 64,5 Prozent (ohne ausländerrechtliche Delikte wie illegale Einreise). Das heißt, rund zwei Drittel aller Straftaten wurden aufgeklärt. Der bundesweite Durchschnitt lag im vergangenen Jahr bei 56,5 Prozent.