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München, 18. Februar 2010

Pressemitteilung Nr. 52/10

Innenminister Herrmann: "Wohnraumförderung 2010 mit 215 Millionen Euro wieder auf hohem Niveau - wichtige Stütze für bayerischen Wohnungsbau – im Großraum München droht 2020 Wohnraummangel und massive Mietpreissteigerung"

"Innenminister Joachim Herrmann gab heute bei einer Pressekonferenz in München den Startschuss für das Bayerische Wohnungsbauprogramm 2010: "Das Programm ist eine unverzichtbare Stütze für den Wohnungsbau und hilft, Spannungen auf dem Wohnungsmarkt zu vermeiden. Deshalb halten wir die Wohnraumförderung in Bayern im Gegensatz zu anderen Bundesländern auf hohem Niveau und stellen wie schon im Vorjahr 2010 wieder insgesamt 215 Millionen Euro zur Verfügung", so Herrmann und bilanzierte: "Letztes Jahr haben wir den Bau von knapp 2000 Heimplätzen und Mietwohnungen gefördert und den Bau beziehungsweise Kauf von fast 3.500 Eigenwohnungen unterstützt. Zudem konnten mehr als 5.200 Mietwohnungen und Heimplätze mit staatlicher Hilfe modernisiert werden".
Eine wirkungsvolle Unterstützung des Wohnungsbaus sei unbedingt notwendig, betonte Herrmann. Insbesondere für Familien sei es bereits jetzt schwer, in den Ballungsräumen eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sollte die Bautätigkeit nicht bald wieder deutlich zunehmen, rechnet Herrmann mit Mietpreissteigerungen und erheblichen Spannungen auf dem Wohnungsmarkt: "Die derzeitige Wohnungsbautätigkeit bleibt weit hinter dem Bedarf zurück. 2008 wurden in Bayern nur etwa 36.000 Wohnungen fertig gestellt. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951. Für 2009 erwarten wir ein ähnliches Ergebnis. Ohne staatliche Förderung wäre die Situation aber noch deutlich kritischer. Deshalb werde mich dafür einsetzen, dass wir das hohe bayerische Niveau auch in Zukunft halten können." Allerdings müssten daneben zusätzliche Impulse, wie die Wiedereinführung einer degressiven Abschreibung im Mietwohnungsbau oder steuerliche Anreize, etwa zur Förderung der Klimaschutzziele, helfen, zusätzliches Anlagekapital freizusetzen. Damit könnte das Angebot an attraktivem und erschwinglichem Wohnraum erweitert werden. Dies sei auch so in der Koalitionsvereinbarung festgehalten und müsse nun schnell umgesetzt werden, betonte Herrmann. Sonst drohe in fünf bis zehn Jahren zumindest im Großraum München Wohnraummangel und daraus folgend massive Mietpreissteigerungen.

Dass in Bayern mehr Wohnungen gebraucht werden, bestätigt auch der neue Wohnungsmarktbericht der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (BayernLabo). Nach der darin enthaltenen Wohnungsbedarfsprognose des Forschungsinstituts empirica AG nimmt die Zahl der bayerischen Haushalte weiter kräftig zu: "Während die Bevölkerung bis 2027 nur noch um ein Prozent zunehmen wird, wird die Zahl der Haushalte um sieben Prozent steigen. Das führt in Bayern bis zum Jahr 2027 zu einem Neubaubedarf von insgesamt mehr als 883.000 Wohnungen", so Herrmann. Weil in der Vergangenheit weniger gebaut wurde als eigentlich erforderlich gewesen wäre, habe sich darüber hinaus ein Nachholbedarf von rund 266.000 Wohnungen aufgestaut.

Regional gesehen konzentriert sich der Neubaubedarf auf die Ballungsräume. Der mit Abstand größte Bedarf mit 252.500 Wohnungen (29 Prozent des Gesamtbedarfs) wird für die Großregion München prognostiziert. Die Fördermittel würden laut Herrmann deshalb dem regionalen Bedarf entsprechend verteilt. Der Schwerpunkt der Mietwohnraumförderung liege in den Ballungsgebieten, im ländlichen Raum dominiere hingegen die Eigenwohnraumförderung. Herrmann: "Mit dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm, dem Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm und dem Bayerischen Modernisierungsprogramm bieten wir eine attraktive Palette an."

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