Luftrettung in Bayern
Aufgaben der Luftrettung
Die Luftrettung ist Teil des Gesamtsystems Rettungsdienst, wobei ihr vornehmlich die Funktion einer Ergänzung und Unterstützung der bodengebundenen Rettungsmittel und -kräfte zufällt. Aufgaben der Luftrettung sind notärztliche Versorgung, Notfalltransport (Primärtransport), sonstige ärztlich begleitete Transporte (Sekundärtransporte) und, soweit dies zur Versorgung lebensbedrohlich Verletzter oder Erkrankter dringend erforderlich ist, auch zeitkritische Transporte von Organen, Blutkonserven, Arzneimitteln und Spezialisten sowie mit einem Rettungseinsatz notwendig verbundene Such- und sonstige Transportflüge (Sonstige Transporte). Luftrettungsmittel sind nicht nur bei der Bewältigung von z. B. Unfällen im Straßenverkehr eine wertvolle, da schnelle Hilfe für den Landrettungsdienst. Sie kommen auch bei Notfällen in unzugänglichen Gebieten wie Waldgrundstücken, in den Bergen oder bei der Rettung von in Gewässern Verunglückten zum Einsatz, denn sie ermöglichen die Bergung von Personen durch Seilwinde oder Bergetau aus der Luft. Dabei arbeiten die Hubschrauberbesatzungen eng mit den Einsatzkräften der
Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz
sowie der
Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz
und der
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
zusammen.
Organisationsstruktur der Luftrettung
Das Bayerische Rettungsdienstgesetz i. d. F. der Bek. vom 08.01.1998 hat die Organisationsstruktur der Luftrettung neu geordnet. Vorher gab es Hubschrauber im öffentlichen Luftrettungsdienst und außerhalb. Standorte, Leistungsvermögen und Betriebszeiten der Hubschrauber waren nicht abgestimmt. Auch die Einsatzkoordination hat Probleme bereitet. Mit dem Inkrafttreten der BayRDG-Novelle zum 01.01.1998 wurde die Luftrettung auf den öffentlichen Luftrettungsdienst beschränkt. In diesen wurden die acht bestehenden Rettungstransporthubschrauber-Standorte und vier der früheren Ambulanzhubschrauberstandorte zu einem integrierten Luftrettungssystem zusammengefasst, das sich seither uneingeschränkt bewährt hat. Dieses System wird im Einzelfall unterstützt durch SAR-Hubschrauber der Bundeswehr, Hubschrauber der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim und Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei.
Rettungshubschrauberstandorte in Bayern
Der öffentliche Luftrettungsdienst wird in Bayern von acht Rettungstransporthubschraubern (RTH) und vier Intensivtransporthubschraubern (ITH) wahrgenommen. Im März 2010 hat das Staatsministerium des Innern einen weiteren RTH-Standort am Flugplatz Latsch bei Weiden i. d. OPf. festgelegt ( s. hierzu auch die
Bedarfsanalyse zur Luftrettung in Bayern
). Derzeit erfolgt die Auswahl des Betreibers durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Weiden i. d. OPf.
Primärer Einsatzbereich der RTH sind Notfallrettungseinsätze. Sie können im Ausnahmefall aber auch zu Sekundärtransporten herangezogen werden. Der regelmäßige Einsatzbereich ist in der Notfallrettung durch einen Kreis mit einem Radius von 60 Kilometern, der um die RTH-Station am jeweiligen Standort gezogen wird, bestimmt. Die RTH werden von den Rettungsleitstellen bzw. Integrierten Leitstellen, in deren Rettungsdienstbereich sich das jeweilige Luftrettungszentrum befindet, disponiert.
Für Intensivtransporte werden vier Intensivtransporthubschrauber (ITH) vorgehalten. Ihr Einsatzbereich für Verlegungsflüge erstreckt sich über das gesamte Gebiet des Freistaates Bayern und bei Bedarf auch darüber hinaus. Sie können aber auch zu Notfallrettungseinsätzen herangezogen werden. Die ITH werden zentral von der Koordinierungsstelle für Intensivtransporthubschrauber (KITH) bei der Berufsfeuerwehr München eingesetzt.
Die medizinische Besatzung der RTH und ITH besteht aus einem Notarzt und einem Rettungsassistenten. Das auf ITH eingesetzte ärztliche Personal und nichtärztliche Assistenzpersonal verfügt zusätzlich über eine intensivmedizinische Qualifikation.
Alle RTH sowie der ITH "Christoph Murnau" sind regelmäßig in der Zeit von 7:00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang in Betrieb. Die ITH an den Standorten in München, Nürnberg und Regensburg werden im 24-Stunden-Betrieb vorgehalten.