Rescuecamp 2013 - Ehrenamt auf vier Pfoten

München, 2. Juni 2013 (stmi). Hunde sind nicht nur Haustiere - sie können auch Leben retten.

Rescuecamp 2013 vom 30. Mai bis 2. Juni: Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz, Rettungshundeteam auf dem Weg ins Zeltlager.
© Andrea Ihringer, Pfotenbild

Als ausgebildete Suchhunde finden sie vermisste und verschüttete Personen. Hunde riechen 40-mal besser als der Mensch und qualifizieren sich dadurch besonders als Spürnasen und zwar egal, ob sich ein Kind verlaufen hat, ein Sportler verletzt im Wald liegt oder gar ein Mensch unter einer Lawine begraben ist. In Bayern leisten rund 300 speziell ausgebildete Einsatzhunde ihren Dienst für die Allgemeinheit. Zusammen mit ihren ehrenamtlichen Hundeführern bilden sie ein Team. Die Ausbildung zum Mantrailer, Flächen- oder Trümmerhund dauert zwei bis drei Jahre. Damit das Zusammenspiel im Ernstfall gut funktioniert, müssen die Teams kontinuierlich üben.

36 Stunden Dauereinsatz

Eine besondere Gelegenheit dazu bot das Rescuecamp 2013 unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Joachim Herrmann, das heuer erstmals in München stattfand. 52 Teilnehmer mit 39 Hunden aus ganz Deutschland und Österreich trafen sich vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 zu einer 36-stündigen Katastrophenschutzübung mit Wettbewerbscharakter. Ein Erdbebenszenario mit vermissten und verschütteten Personen in einer verwüsteten Region bildete den Hintergrund. Ausrichter war die Rettungshundestaffel des Johanniter Regionalverbandes München, die die Ausscheidung in den letzten beiden Jahren gewonnen hatte.

Wie bei einem echten Einsatz bauten die Teilnehmer eine Zeltstadt auf, von der aus der Einsatz geleitet wurde. Die 13 Rettungshundeteams, bestehend jeweils aus einem Teamleiter und drei Rettungshundeführern mit ihren Hunden, waren auf sich allein gestellt. Das Szenario ging von einer zerstörten Infrastruktur ohne intakte Versorgung mit Wasser, Verpflegung, Telekommunikation aus. Unter diesen erschwerten, aber durchaus realistischen Bedingungen hatten die Teams die Aufgaben der Einsatzleitung in ihrem Einsatzgebiet abzuarbeiten. Die Teams mussten an zehn unterschiedlichen Schadensstellen unter Zeitdruck arbeiten und dabei ihr vielfältiges Können unter Beweis stellen. Zeit zum Verschnaufen gab es so gut wie keine. Kaum in der Einsatzleitung zurückgemeldet, gab es schon den nächsten Auftrag.

Hochkarätige Richter aus der Schweiz, aus Österreich und Deutschland beurteilten die Arbeit der Teams. In der Bewertungspriorität stand neben der Teamarbeit das Auffinden von Personen ganz oben. Die Rettungshundestaffel des Österreichischen Roten Kreuzes, Suchhunde Wiener Neustadt, erzielte die meisten Punkte. Im Beisein des Präsidenten der deutschen Johanniter-Unfall-Hilfe, Hans-Peter von Kirchbach, und Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums des Innern übergab Alexander Graf von Gneisenau, Mitglied des Landesvorstands der Johanniter Bayern, den Siegerpokal des Rescuecamps 2013 an die siegreiche Staffel.

Positive Bilanz

Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, vier Tage ununterbrochene, hochkonzentrierte Übungsleitung und -begleitung - das ist eine herausragende Leistung der Rettungshundestaffel der Johanniter aus München. Die 13 Rettungshundeteams haben erfogreich Kälte, Dauerregen und Hochwasser getrotzt, unterbrochen von nur wenigen Ruhephasen. Zahlreiche Mimen, Versteckpersonen sowie Helfer des Technischen Hilfswerks, des Malteser Hilfsdienstes und der Bundeswehr haben in Nässe und Kälte zum Gelingen beigetragen. Sie alle stellen sich vorbildlich in den Dienst der Gemeinschaft. Sie schenken im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements Zeit und tragen Verantwortung, um anderen in der Not zu helfen. Sie alle sind Ehrenamt.