Kriminalstatistik 2013

München, 10. März 2014 (stmi). Eine niedrige Kriminalitätsbelastung bei gleichzeitig sehr hoher Aufklärungsquote - das sind die Eckwerte der Polizeilichen Kriminalstatistik für Bayern im Jahr 2013, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorgestellt hat.

Bayerns Polizei leistet gute Arbeit
© Bayerns Polizei

Die Bayerische Polizei konnte im vergangenen Jahr die ohnehin schon ausgezeichnete Aufklärungsquote um 0,9 Prozentpunkte auf 64,1 Prozent steigern. "Damit gelang es unseren Polizistinnen und Polizisten, in fast zwei Drittel aller Fälle Tatverdächtige zu ermitteln", so Herrmann. Der Bundesdurchschnitt liegt regelmäßig bei nur rund 54 Prozent. Bayerisches Markenzeichen sei, die Polizei weiter zu stärken und negative Kriminalitätsentwicklungen sofort aufzugreifen. Daher hat Herrmann für 2014 eine Offensive gegen Internetstraftaten, grenzüberschreitende Kriminalität und Einbrüche gestartet.

Kriminalitätsbelastung leicht angestiegen – Neue Datenbasis

Insgesamt wurden in Bayern im vergangenen Jahr 635.131 Straftaten registriert, eine Steigerung um 1,3 Prozent. 289.809 Tatverdächtige (+ 2,0 Prozent) konnte die Polizei ermitteln. Die berechnete Kriminalitätsbelastung in Bayern stieg 2013 leicht um 1,9 Prozent. Sie lag mit nur 5.073 Straftaten pro 100.000 Einwohner allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau (Bundesdurchschnitt 2012: 7.327). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich insbesondere durch eine Umstellung der Berechnungsbasis für die Einwohnerzahlen von der Volkszählung 1987 auf den Zensus 2011.

Straßenkriminalität

Mit 112.441 Fällen sind sieben Prozent weniger Raubüberfälle, Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen auf unseren öffentlichen Straßen zu verzeichnen. Zurückgegangen sind in Bayern 2013 unter anderem auch die Fahrraddiebstähle um 6,7 Prozent auf 28.757 Fälle. Anstiege gab es hingegen beispielsweise bei Mord und Mordversuchen (118 Fälle, + 14,6 Prozent) sowie bei versuchten und vollendeten Totschlagsdelikten (265 Fälle, + 29,9 Prozent). Bei der Gewaltkriminalität auffällig ist der hohe Anteil alkoholisierter Täter. 40,9 Prozent (2012: 41,7 Prozent) der Gewalttäter standen bei ihren Übergriffen unter Alkoholeinfluss, bei Heranwachsenden betrug der Anteil sogar 53,5 Prozent (2012: 52,5 Prozent).

Internetkriminalität

Insgesamt stiegen die Fälle mit dem Tatmittel 'Internet' im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent auf 24.292. Unter anderem nahmen im Internet auch die Beleidigungen (1.097 Fälle, + 23,4 Prozent), der Computerbetrug (3.886 Fälle, + 4,8 Prozent) und die Kinderpornografie (491 Fälle, + 13,9 Prozent) deutlich zu. Die Bayerische Polizei hat sich zur Bekämpfung der Internetkriminalität völlig neu aufgestellt. Dazu wurde beim Bayerischen Landeskriminalamt ein neues Cybercrime-Kompetenzzentrum eingerichtet. Zudem gibt es flächendeckend bei der Kriminalpolizei spezielle Cybercrime-Einheiten und bessere Aus- und Fortbildungsangebote. Eine große Rolle spielen für Herrmann auch die sogenannten 'Cybercops', das sind extra zu Polizisten ausgebildeten EDV-Spezialisten.

Grenzüberschreitende Kriminalität

Zunehmend treiben international agierende Banden auch in Bayern ihr Unwesen. Das Spektrum reicht 2013 von 11.157 Fällen der illegalen Einreise  nach Bayern (+ 40,4 Prozent) über organisierte Schlepperbanden (677 Fälle, + 43 Prozent) und geht bis hin zur Rauschgiftkriminalität vor allem bei der gefährlichen Modedroge Crystal (Sicherstellungsmenge 2013: 35,8 Kilogramm, + 150,3 Prozent).  Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört laut Herrmann die Verstärkung der Schleierfahndung auf überörtlichen Straßen: "Unter anderem haben wir letztes Jahr knapp zwei Millionen Euro in die hochmoderne Fahndungsausstattung investiert und mehr als 400 Tablet-PC für Schleierfahnder angeschafft." Auch werden Geräte zur automatisierten Kennzeichenerkennung eingesetzt, um beispielsweise gestohlene Fahrzeuge schnell aufzugreifen, bevor sie ins Ausland verschoben werden.

Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg im vergangenen Jahr um 11,8 Prozent auf insgesamt 6.385. Fast jede zweite Tat blieb jedoch im Versuchsstadium stecken, weil die Täter gestört oder von wirkungsvoller Sicherheitstechnik abgehalten wurden. Neben der Prävention hat der bayerische Innenminister auch die Polizeipräsenz vor allem in Wohngebieten verstärkt. Auf überörtlichen Straßen wurden zudem die bayerischen Schleierfahnder angewiesen, bei Kontrollen besonders auf Diebesgut und Einbruchswerkzeug zu achten.

Höchster Personalstand aller Zeiten

Zudem will der Innenminister den Personalstand der Bayerischen Polizei weiter verstärken. Während in einigen Bundesländern Personal abgebaut wird, hat Bayern in den Haushaltsjahren 2009 bis 2013 insgesamt rund 2.000 dauerhafte neue Stellen bei der Bayerischen Polizei geschaffen. Damit habe die Bayerische Polizei den höchsten Personalstand aller Zeiten erreicht.