3. Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz

München, 2. Juni 2014 (stmi). Im Mittelpunkt der 3. Bayerischen Verkehrssicherheitskonferenz standen die Themen 'Konflikte und Aggressionen im Straßenverkehr', 'Regelakzeptanz und Regelbefolgung' sowie 'Kinder und ältere Verkehrsteilnehmer'. Generelles Ziel ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Unfallzahlen weiter zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten wenigstens um 30 Prozent gegenüber 2011 zu senken.

Verkehrsminister Joachim Herrmann spricht bei der 3. Bayerischen Verkehrssicherheitskonferenz am 2. Juni 2014
© Bayerns Polizei

"Vernunft kommt an!" Insbesondere appellierte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann, sich im Straßenverkehr an die wichtigsten Grundregeln zu halten: "Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht sind das A und O für alle Verkehrsteilnehmer." Der bayerische Verkehrsminister diskutierte mit namhaften Verkehrsexperten über die 'Unfallursache Mensch' und welche Möglichkeiten es gibt, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern: "Fast jeder Verkehrsunfall ist letztlich auf einen Verstoß gegen Verkehrsregeln zurückzuführen. Wenn sich alle an bestehende Regeln hielten, hätten wir auf unseren Straßen deutlich weniger Tote und Verletzte."

Überschreitung von Tempolimits – Hohes Aggressionspotenzial

Herrmann fordert einen breiten Einstellungswandel bei den Verkehrsteilnehmern. Dies gilt insbesondere auch bei Geschwindigkeitslimits, deren Überschreitung entgegen der weitverbreiteten Meinung besonderes gefährlich ist: 200 Menschen und damit rund ein Drittel der Verkehrstoten kamen deswegen 2013 auf bayerischen Straßen ums Leben. "Somit ist überhöhte Geschwindigkeit der Killer Nummer Eins im Straßenverkehr", machte Herrmann deutlich. "Dort, wo unser Appell an die Vernunft nicht fruchtet, wird die Bayerische Polizei mit intensiven Kontrollen konsequent durchgreifen." Nachdenklich stimmt auch das hohe Aggressionspotenzial. Jährlich werden bei der Bayerischen Polizei rund 10.000 Nötigungen, Beleidigungen, Bedrohungen und vorsätzliche Körperverletzungen im Straßenverkehr angezeigt. 2013 waren es insgesamt 9.986 Fälle. "Dazu gehören beispielsweise Drängler auf Autobahnen", so Herrmann.

Rücksicht auf Kinder und Senioren

Im besonderen Blickfeld hat Herrmann Kinder und Senioren im Straßenverkehr. Denn Kinder können Verkehrsgefahren oftmals noch nicht richtig einschätzen. Umgekehrt müssen viele ältere Verkehrsteilnehmer körperliche Einschränkungen durch ihre hohe Verkehrserfahrung wieder wettmachen. Daher plant Herrmann, gerade die Straßeninfrastruktur besser an die Bedürfnisse sehr junger und älterer Verkehrsteilnehmer anzupassen. Dazu gehören beispielsweise optimierte Ampelschaltungen oder der verstärkte Bau von Querungshilfen. Zudem wird die Verkehrsprävention und Öffentlichkeitsarbeit intensiviert.

Bayern mobil – sicher ans Ziel

Viele Maßnahmen sind bereits fest im Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm 'Bayern mobil – sicher ans Ziel' verankert. Generelles Ziel ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Unfallzahlen weiter zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten wenigstens um 30 Prozent gegenüber 2011 zu senken. Für 2014 setzt der bayerische Verkehrsminister zudem auf intensivere Geschwindigkeitskontrollen, verstärkte Alkohol- und Gurtkontrollen, eine Erhöhung der Radverkehrssicherheit sowie auf mehr Sicherheit beim Motorradfahren und auf Landstraßen.

Bildergalerie