Aushändigung des Verdienstkreuzes am Bande

München, 5. November 2014 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Franz-Xaver Biermeier, Klaus Dank, Franz Richter und Johann Vierthaler mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Staatssekretär Gerhard Eck hat die Auszeichnung in München ausgehändigt.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesrgeierung, Julia Fassbender

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitaiven Bereich.

Franz-Xaver Biermeier (74), München

Franz-Xaver Biermeier trat 1957 der Bergwacht Bad Reichenhall bei, absolvierte eine Anwärterausbildung und war schon früh bei vielen Rettungseinsätzen aktiv eingebunden. Neben der Sommer- und Winterausbildung für planmäßige und behelfsmäßige Bergrettung wurde er in Erster Hilfe und im Sanitätsdienst ausgebildet. Biermeier war sowohl nach Lawinenunfällen als auch nach Wander- und Kletterunfällen vor Ort, um die Verletzten zu bergen und für schnelle medizinische Versorgung zu sorgen. Im Jahre 1968 wechselte er beruflich nach München und trat zeitgleich in die Bergwacht München ein. Auch hier absolvierte Biermeier ehrenamtlichen Dienst im Gebiet Spitzingsee und engagierte sich daneben bei umfangreichen Erneuerungs- und Umbaumaßnahmen der Diensthütte Maxlrainer und weiterer Bergwachthütten. Als Zimmermeister war er eine Schlüsselperson bei den Arbeiten. In den Jahren 1990 bis 2007 übernahm Biermeier die Funktion des Hüttenwarts der Diensthütte.

Über viele Jahre hinweg betreute er auch Skisportveranstaltungen und war Ausbilder der Bergwacht im Bereich 'Erste Hilfe im Gebirge'. Trotz der Niederlegung seines Amtes als Hüttenwirt im Jahre 2007 steht er der Bergwacht nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite und wirkte beispielsweise bei Einsätzen durch die Funkkoordination auf der Hütte mit. Sein großes Engagement bei der 'Münchner Tafel' des BRK ist beeindruckend, wie zum Beispiel die Koordination von größeren Lebensmittellieferungen im Münchner Umland. Mit Freude engagiert Biermeier sich im Bereich der Betreuung ausländischer, hilfebedürftiger Kinder bei Erholungsurlauben in Süddeutschland. Mit weiteren Helfern begleitet er vier große Kindergruppen bei Ausflügen oder Bergtouren und organisiert deren tägliche Versorgung.

Klaus Dank (64), Feldkirchen-Westerham, Landkreis Rosenheim

Klaus Dank war in den Jahren 1974 bis 1980 im 'Zentralverband deutscher Schornsteinfeger e. V.' stellvertretender Vorsitzender seiner Bezirksgruppe, von 1979 bis 1988 stellvertretender Bundesvorsitzender und gleichzeitig von 1980 bis 1988 Vorsitzender der Landesgruppe Bayern. Als Obermeister gehörte er der Kaminkehrer-Innung von 1993 bis 2000 an und ist beim Landesinnungsverband seit fast 15 Jahren Landesinnungsmeister. Darüber hinaus stellte Dank von 2002 bis 2012 als Vizepräsident des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks-Zentralinnungsverbands sein Engagement unter Beweis und unterstützte die Handwerkskammer für München und Oberbayern seit 2004 als Mitglied der Vollversammlung. In seinen Ehrenämtern setzte er sich sowohl für die sachgerechte Berücksichtigung des Handwerks in der regionalen Politik als auch für den Ausbau der Handwerksorganisationen zu leistungsfähigen Dienstleistern ein. Besonders hervorzuheben ist sein intensives Engagement für die Nachwuchsarbeit und die Vermittlung moderner Qualifikationen.

Neben diesem umfangreichen berufsnahen Wirken war und ist Dank in weiteren Institutionen ehrenamtlich tätig. Von 2004 bis 2008 fungierte er als ordentliches Mitglied der Vertreterversammlung der Bau-Berufsgenossenschaft Sachsen und seit 2005 als ordentliches Mitglied der Vertreterversammlung der Bau-Berufsgenossenschaft Bayern. Er war als Mitglied der Vertreterversammlung der Arbeitgeber der Innungskrankenkasse München-Oberbayern von 1993 bis 1995 engagiert und übernahm von 1996 bis 1999 Verantwortung als Vorsitzender des Verwaltungsrates. Noch heute ist er als Verwaltungsrat der Innungskrankenkasse Bayern tätig. Sein kommunalpolitisches Engagement seit 1984 als Mitglied des Gemeinderates von Feldkirchen, als Zweiter Bürgermeister in den Jahren 1993 bis 2000, als Mitglied der Mittelstands-Union Oberbayern sowie als Mitglied im Bundesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU runden sein hohes ehrenamtliches Wirken in beeindruckender Weise ab.

Franz Richter (77), Feldkirchen, Landkreis München

Franz Richter trat bereits 1957 der Freiwilligen Feuerwehr Feldkirchen bei und war über 40 Jahre ehrenamtlich für die Feuerwehr tätig, davon 34 Jahre als Kassenprüfer im Verwaltungsrat sowie 25 Jahre als Gruppenführer. Sein Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr war häufig von hohem persönlichen Einsatz und großer Verantwortung für das Leben der Mannschaft und der zu rettenden Menschen geprägt. Seit 1996 ist Richter Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Feldkirchen. Besonders hervorzuheben sind Verdienste um den 'Turn- und Sportverein Feldkirchen 1912 e. V.'. Er ist nicht nur seit 50 Jahren Mitglied, sondern hat zehn Jahre lang als 1. Vorstand Verantwortung übernommen. In diesem halben Jahrhundert hat er die Geschicke des TSV Feldkirchen maßgeblich geprägt. Um den Bau von drei Tennisplätzen Realität werden zu lassen, hat Richter im Herbst 1971 kostenlos die Planung und Kostenschätzung für den Bau erstellt und zudem ehrenamtlich die Bauleitung übernommen. Dank seines Engagements konnten die Tennisplätze bereits im Mai 1972 fertiggestellt werden. Der TSV Feldkirchen ist unter seiner Führung zu einem unverzichtbaren Kulturgut der Gemeinde Feldkirchen und des Landkreises München geworden.

Auch als Mitglied des Gemeinderats Feldkirchen hat Richter sich für seine Mitbürger und die örtlichen Vereine eingesetzt. Er gehörte im Jahr 1965 zu den Gründungsmitgliedern der Unabhängigen Wählervereinigung Feldkirchen und hatte in seiner 36-jährigen Amtszeit als Gemeinderat zwölf Jahre das Ehrenamt des Zweiten Bürgermeisters inne. Mit seinem Fachwissen als Bauingenieur brachte er wertvolle Diskussionsbeiträge ein und trug zu fundierten Entscheidungsfindungen im Gemeinderat Feldkirchen bei. Erwähnt sei hier beispielsweise die Erstellung des Fuß- und Radweges von Feldkirchen zur Messe Riem und zum 'BUGA-Park', der ohne seinen Einsatz wohl nicht zustande gekommen wäre. Als Aufsichtsratsvorsitzender hat Richter sich von 1995 bis 2009 bei der 'Gemeinnützigen Baugenossenschaft Feldkirchen bei München und Umgebung e. G.' mit dem Ziel engagiert, bezahlbare Wohnungen zu erhalten und bezahlbaren, energieeffizienten Wohnraum zu schaffen. Sein Wirken hat zu einem sozial verträglichen Wohnungsangebot in der Gemeinde Feldkirchen beigetragen.

Johann Vierthaler (74), Garmisch-Partenkirchen

Johann Vierthaler trat im Alter von 21 Jahren dem Bayerischen Roten Kreuz bei und war in der Folge in verschiedenen verantwortungsvollen Funktionen in der Kreisvorstandschaft tätig. Gerade während seiner Zeit als Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen (1976 bis 1999) konnte er viel Positives zur Entwicklung des BRK im Landkreis beitragen. Durch den Wechsel des Kreisverbandes in das heutige Rot-Kreuz-Haus waren die Umbau- und Anbauarbeiten eine große Herausforderung, die Vierthaler als Kreisgeschäftsführer hervorragend bewältigte. Sein Bekanntheitsgrad machte es ihm möglich, viele Gönner für das BRK zu gewinnen, was für die Arbeit und Finanzierung des BRK-Kreisverbandes dringend notwendig war. An verantwortlicher Stelle nahm er bei sämtlichen sportlichen Großveranstaltungen, wie zum Beispiel den Ski-Alpin-Weltmeisterschaften, den Curling-Weltmeisterschaften, Eishockeyspielen des SC Riessersee und zahlreichen anderen Veranstaltungen und Einsätzen teil.

Die zahlreichen sanitätsdienstlichen Betreuungen bei vielen Festumzügen und bei kulturellen Veranstaltungen im Kongresszentrum war für ihn selbstverständlich, ebenso die Katastrophenübungen des Landkreises. Als unermüdlicher Unterstützer leistete er organisatorische Vorarbeiten für humanitäre Hilfstransporte durch das BRK. Bis heute ist Vierthaler ein großer Förderer der Bereitschaften, insbesondere in Garmisch und Oberau. Mit seinem Engagement über fünf Jahrzehnte hinweg ist Vierthaler nicht zuletzt ein Vorbild für alle Ehrenamtlichen, vor allem aber für die nachwachsenden Generationen. Als Mitglied beim Volkstrachtenverein Garmisch hat er sich seit Jahrzehnten bei Veranstaltungen, Feiern oder Jubiläen als Ansager und Erzähler von humorvollen Geschichten einen Namen gemacht. In einzigartiger Weise moderierte er das alljährliche 'Steinheben' im Festzelt von Garmisch. Ihr vielseitiges Engagement beim 'Johanni-Verein Garmisch-Partenkirchen' seit 1977 rundet seinen Einsatz für das Wohl der Allgemeinheit, für den Erhalt von Brauchtum und Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Gemeinschaft in beeindruckender Weise ab.

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