Ausbau der Schieneninfrastruktur

München, 15. März 2018 (stmi). „Das Bahnland Bayern hat starke Zukunft!“ Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat dem Wirtschaftsausschuss im Bayerischen Landtag heute mit großer Zuversicht über die Zukunft der Schieneninfrastruktur im Freistaat berichtet. Begründeten Anlass „für sehr viel Optimismus“ gibt dem Verkehrsminister der neue Koalitionsvertrag, an dem Herrmann erfolgreich mitgewirkt hat. So sind unter anderem seine Forderungen nach einem Elektrifizierungsprogramm und einer ergänzenden umfangreichen Finanzspritze für die ÖPNV-Infrastruktur verankert worden.

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann mit einem Modell der 'Bahnland Bayern'-Lok
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

„Der Bund stockt das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Bundesprogramm bis 2021 auf jährlich eine Milliarde Euro auf. Damit können wir auch in Bayern den öffentlichen Verkehr erheblich und vor allem nachhaltig stärken.“ Und noch eine weitere Entscheidung stärkt die Zuversicht Herrmanns: „Es freut mich sehr, dass die Deutsche Bahn dieses Jahr mit gut 1,3 Milliarden Euro eine neue Rekordsumme in den Erhalt und Ausbau der bayerischen Schieneninfrastruktur investiert.“ Das sei fast dreimal so viel wie etwa in Hessen investiert werde. Herrmann: „Darin spiegelt sich wider, dass auch für die DB das Bahnland Bayern viel Zukunft hat. Und von diesen Rekordinvestitionen profitieren alle Regionen im Freistaat.“

Nach der 2. Stammstrecke in München beginnt dieses Jahr das nächste Großprojekt im bayerischen Bahnnetz. Herrmann wird mit einem Spatenstich in der kommenden Woche den Startschuss für den Ausbau der Bahnstrecke von München über Lindau nach Österreich (ABS 48) setzen. Die Fertigstellung ist hier im Jahr 2020 geplant. Zeitgleich rollen auch die ersten Bagger für die Ausbauarbeiten der Südbahn zwischen Lindau und Ulm an. Fertigstellung soll hier voraussichtlich 2021 sein. „Mit beiden Maßnahmen schaffen wir den Einstieg in die sukzessive Abschaffung der größten Diesel-Insel Deutschlands im Allgäu und Oberschwaben“, so Herrmann.

Programm Bahnausbau Region München

Laut Prognosen wird der Großraum München bis 2030 um etwa weitere 400.000 Einwohner anwachsen. Herrmann sieht den Bau der 2. Stammstrecke  zwar als den zentralen Baustein für die Verkehrsplanung. "Aber es ist völlig unstreitig, dass das Münchner S-Bahn-Netz auch über die 2. Stammstrecke hinaus kräftig ausgebaut werden muss. Wir haben 28 Baumaßnahmen konkret im Auge, die wir von der Deutschen Bahn planen lassen. Einige sind sogar schon im Bau", sagte Herrmann. Darüber hinaus will Herrmann weitere Maßnahmen auf ihre verkehrliche Wirkung und bautechnische Machbarkeit prüfen lassen, bevor sie fester Bestandteil des Ausbauprogramms werden. „Damit wir den Bürgerinnen und Bürgern ein besseres Fahrangebot bieten können, werden wir die Infrastruktur ausbauen und die Fahrzeugflotte modernisieren", so Herrmann. Eine Übersicht der Maßnahmen im Großraum München finden Sie hier.

Stationsnetz wird noch engmaschiger

Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wird laut Herrmann der gesamte ostbayerische Raum besser an den Flughafen München angebunden sein. „Mit der Fertigstellung der Neufahrner Kurve können die Fahrgäste von Regensburg, Landshut, Moosburg und Freising dann ohne Umsteigen jede Stunde zum Flughafen fahren – aber auch vom zentralen und östlichen Niederbayern wird dann der Airport endlich per Schiene ohne Umweg über den Münchner Hauptbahnhof erreichbar sein“, so Herrmann.

Das bayerische Stationsnetz wird künftig noch engmaschiger: So erhält das Ingolstädter Audi-Werk eine eigene Bahnstation auf der Strecke von Ingolstadt nach Treuchtlingen. Spatenstich ist bereits am kommenden Montag. Zum Fahrplanwechsel 2019 geht der neue Halt in Betrieb. Noch schneller werden die neuen Stationen Feldolling und Rosenheim Aicherpark mit Zügen des Schienenpersonennahverkehrs bedient: Baustart und Einweihung sind hier laut Herrmann noch in diesem Jahr.

Verbesserungen der Barrierefreiheit

Gute Nachrichten hatte Herrmann auch für die Würzburger: „In drei Wochen steht hier die Teilinbetriebnahme der wichtigen Modernisierung an. Bahnreisende und Besucher der diesjährigen Landesgartenschau können den Würzburger Hauptbahnhof dann weitgehend barrierefrei benutzen.“ Insgesamt soll heuer im Freistaat bei mehr als 20 Stationen der barrierefreie Ausbau  beginnen, davon sollen rund 15 sogar dieses Jahr noch in Betrieb gehen.

Bei den Planungen für den infrastrukturseitigen Ausbau im Bahnland Bayern stehen nach wie vor zwei wichtige Großprojekte bei den Zulaufstrecken auf München im Fokus: So will die Deutsche Bahn bis 2020 genaue Trassenverläufe für den Brenner-Nordzulauf (ABS 36) vorliegen haben. Und bei den Ausbauplanungen zur Strecke von München über Mühldorf nach Freilassing  und Burghausen (ABS 38), deren Projektbeirat unter Leitung von Staatsminister Dr. Huber in anderthalb Wochen tagt, sieht Herrmann mittlerweile endlich den Elan, den sich Bayern eigentlich schon seit vielen Jahren gewünscht habe. Besonders erfreulich ist für den Minister, dass heuer im Freistaat noch zwei andere bundesweit bedeutende Großprojekte offiziell ins Laufen kommen: In Schwaben startet die DB mit den Planungen  für den Neu- und Ausbau der Strecke von Ulm nach Augsburg. In Ostbayern ist laut Herrmann Planungsbeginn für die Elektrifizierung der Strecke von Marktredwitz nach Regensburg.

Ausbau in der Metropolregion Nürnberg

Viel zu tun gibt es nach den Worten des Ministers auch in der Metropolregion Nürnberg. Der Ausbau der S-Bahn werde weiter vorangetrieben: Der viergleisige Betrieb des S1-Abschnitts zwischen Baiersdorf und Forchheim soll Ende des Jahres aufgenommen werden. Das S-Bahn-Netz soll künftig auf die Streckenabschnitte Nürnberg – Simmelsdorf-Hüttenbach/Hersbruck/Neuhaus ausgeweitet werden. Auch hierfür werden heuer noch die Planungen starten, damit später die bauliche Umsetzung zeitgleich mit der Elektrifizierung der Strecke Nürnberg – Marktredwitz, der so genannten „Franken-Sachsen-Magistrale“, erfolgen, für welche die Vorplanungen bereits angelaufen sind. 

Planungssicherheit bei Ausbau E-Mobilität auf der Schiene

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann will bei der kommenden Verkehrsministerkonferenz Mitte April 2018 in Nürnberg vom Bund mehr Planungssicherheit für den Straßenbau bei Eisenbahnkreuzungen fordern. Herrmann fordert dafür eine klare Leitentscheidung des Bundesverkehrsministeriums, welche Eisenbahnstrecken in den nächsten 20 Jahren elektrifiziert und welche mit zusätzlichen Gleisen versehen werden sollen. Herrmann: "Unser Ziel in Bayern ist klar: Wir wollen in Zukunft noch mehr umweltschonenden und attraktiven Verkehr auf der Schiene. Dafür brauchen wir aber langfristige Vorgaben des Bundes, an denen wir den Straßen- und Brückenbau in Bayern ausrichten können.“ Vor allem im Bereich von Eisenbahnkreuzungen müsse auf lange Sicht klar sein, ob es zur Elektrifizierung oder zum Ausbau mit mehr Gleisen komme. „Es macht keinen Sinn, neue Bahnüberquerungen zu bauen, die dann für eine anschließende Elektrifizierung der Bahnstrecke zu niedrig oder für einen mehrgleisigen Ausbau zu kurz wären“, so Herrmann.