Sicherheit des bayerischen Luftraums

Neuburg, 11. September 2019 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat nach dem Besuch  des taktischen Luftgeschwaders 74 im Rahmen seiner Wehrübung die herausragende Bedeutung der Luftwaffe für die Sicherheit des bayerischen Luftraums hervorgehoben.

Emblem des taktischen Luftgeschwaders 74
© Luftwaffe

Herrmann: "Nachdem unsere Polizei nicht über eine eigene Luftabwehr verfügt, ist sie auf die Hilfe der Bundeswehr und ihrer Alarmrotte in Neuburg an der Donau angewiesen. Diese Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Unsere Luftwaffe ist gut aufgestellt und unverzichtbar", so Herrmann am Jahrestag von Nine-eleven, dem 11. September 2001, an dem sich die fürchterlichen Terroranschläge in den USA jähren.

Die Polizei ist als originär für die innere Sicherheit zuständige Stelle auch für die Bekämpfung von Gefahren zuständig, die aus dem Luftraum drohen. Da sie aber nicht über entsprechende Flugzeuge verfügt, hat die Bundesregierung im Oktober 2003 das Nationalen Lage- und Führungszentrums „Sicherheit im Luftraum“ (NLFZ) am nordrheinwestfälischen Luftwaffenstützpunkt Uedem eingerichtet, um den deutschen Luftraum vor solchen Bedrohungen zu schützen. Dort kontrollieren Bundeswehr, Bundespolizei, die deutsche Flugsicherung und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rund um die Uhr den Luftraum über weiten Teilen Europas, um terroristische Bedrohungen durch zivile Flugzeuge (Renegade-Fälle) abzuwehren. Bei Bedarf werden auch Informationen des Bundesnachrichtendienstes, des Bundeskriminalamtes oder der Polizeibehörden der Länder herangezogen und auch mit den Nachbarstaaten wird zusammengearbeitet. Dem NLFZ stehen ein Netz von 45 Radaranlagen sowie die Daten der NATO-AWACS-Frühwarnflugzeuge zur Verfügung. Eine Renegade-Lage liegt vor, wenn der Verdacht besteht, dass ein ziviles Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet und zum gezielten Absturz gebracht werden soll und hierdurch ein besonders schwerer Unglücksfall bevorstehen könnte.

Für einen Renegade-Fall werden zwei in Neuburg an der Donau (Bayern) und Wittmund (Niedersachsen) stationierte Alarmrotten, bestehend aus Eurofighter Typhoon Kampfflugzeugen, ständig startklar gehalten. Innenminister Herrmann, der im Range eines Oberstleutnants der Reserve derzeit eine Wehrübung ableistet: "Die Alarmrotten können innerhalb von 15 Minuten in der Luft sein. Sie spielen auch beim Schutz von bedeutenden Großveranstaltungen vor Gefahren aus dem Luftraum in Bayern eine maßgebliche Rolle". Als Beispiele nannte der Minister das anstehende Oktoberfest in München oder die jährliche Münchner Sicherheitskonferenz.