Rückkehrberatung

Rückkehrberatung, Rückkehr- und Reintegrationshilfen sind ein wichtiges Element der Asylpolitik der Bayerischen Staatsregierung. Durch die staatliche Förderung von Rückkehr und Reintegration soll der oder die Einzelne motiviert werden, diesen Entschluss freiwillig und nach möglichst kurzem Aufenthalt in Deutschland zu treffen. Unterstützende Leistungen erleichtern es, im Heimatland dauerhaft wieder Fuß zu fassen. Rückkehrberatung steht allen Zuwanderinnen und Zuwanderern aus dem Ausland nach Bayern offen. Dies sind insbesondere folgende Personengruppen:

  • Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

  • Asylberechtigte und Flüchtlinge mit Abschiebeschutz nach §§ 60 Abs. 1 i. V. m. 25 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz,

  • Kontingentflüchtlinge,

  • (Spät-)Aussiedler und (Spät-)Aussiedlerinnen.

Rückkehr- und Reintegrationshilfen

Bayerische Rückkehrhilfen können grundsätzlich nur für Leistungsberechtigte nach § 1 Asylbewerberleistungsgesetz gewährt werden. Die Finanzierung der Leistungen für die Zielgruppe erfolgt über das REAG & GARP-Programm sowie durch Landesmittel des Freistaats Bayern und umfasst neben den Beförderungskosten, Reisebeihilfen und Starthilfen u. a. auch Existenzgründungen und medizinische Unterstützung.

Zudem werden Reintegrationsprojekte von Flüchtlingshilfsorganisationen gefördert. Innerhalb dieser Reintegrationsprojekte werden für Rückkehrerinnen und Rückkehrer aktuelle und individuelle Informationen aus den Heimatländern beschafft, Rückkehrerinnen und Rückkehrer vor Ort in der Heimat (nach-) betreut, sowie Rückkehrerinnen und Rückkehrer an Kontaktpersonen vermittelt.

Zentrale Anlaufstellen

Deshalb wurde auf Anregung der bayerischen Staatsregierung die Zentrale Rückkehrberatung im Jahr 2003 gegründet, die seither mit großem Erfolg tätig ist. Die Rückkehrberatungsstellen beraten neutral, umfassend und ergebnisoffen unter Berücksichtigung des jeweiligen aufenthaltsrechtlichen Status. Es werden sowohl Asylsuchende im laufenden Asylverfahren, als auch abgelehnte und anerkannte ehemalige Asylbewerberinnen und Asylbewerber beraten. Der Ausländer beziehungsweise die Ausländerin soll in die Lage versetzt werden, aufgrund fundierter Informationen eine eigenständige Entscheidung zu treffen. Rückkehr- und Reintegrationsmittel können nur erfolgreich eingesetzt werden, wenn diese Personen in Deutschland und im Herkunftsland Hilfen nach ihren persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten erhalten (Fortbildung, finanzielle und/oder materielle Hilfen, Vermittlung von Kontakten). Diese Hilfen können nur Stellen anbieten, die auf Rückkehrberatung spezialisiert sind.

Übersicht der zentralen Anlaufstellen

Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern (ZRB Nord)

Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Süd- und Südostbayern (ZRB Süd)

Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Westbayern (ZRB West)

Projekt „Coming Home“ in München

Alle bayerischen Rückkehrberatungsstellen werden aus Mitteln des beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angesiedelten Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, dem Eigenanteil der Projektträger und den Mitteln der Bayerischen Staatsregierung finanziert. Projektträger sind u. a. die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Diakonie und das Bayerische Rote Kreuz (BRK).