Die Feuerwehr rückt aus
© Kreisbrandmeister Daniel Eisen, Landkreis Ebersberg

Einsatzstatistik 2017 der Feuerwehren in Bayern – Kurzbericht

Im Freistaat Bayern sind im Jahr 2017 die Feuerwehren rund 223.000-mal ausgerückt und über Wachalarm, Sirene oder Meldeempfänger alarmiert worden. Rein rechnerisch entspricht dies auf den Berichtszeitraum gesehen rund einem Einsatz alle zwei bis zweieinhalb Minuten. Zusätzlich wurden ebenfalls noch rund 53.000 Brandsicherheitswachen geleistet.

Damit ist die Einsatzbelastung für die haupt- und zum überwiegenden Teil ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden gegenüber dem Vorjahr etwas höher ausgefallen. Die Feuerwehrfrauen und -männer wurden zu rund 19.000 Bränden, 119.000 Technischen Hilfeleistungen und 58.000 Rettungsdiensteinsätzen gerufen. Bei rund einem Achtel der Einsätze rückten die Feuerwehren vergeblich aus. Bedauerlich ist die gestiegene Anzahl von 27.000 Fehlalarmen, weil jede Alarmierung gerade die Helferinnen und Helfer bei den Freiwilligen Feuerwehren belastet, da sie entweder von Ihrem Arbeitsplatz, aus ihrer Freizeit oder auch aus der Nachtruhe zum Einsatz gerufen wurden.

Bei den Feuerwehren in Bayern nimmt das Verhältnis der Brandeinsätze zur Technischen Hilfeleistung ständig ab; derzeit ist nur etwa jeder sechste Einsatz ein Brandeinsatz. Gut ein Zehntel der Einsätze der Technischen Hilfeleistungen ist durch Wetterfolgen (Sturm, Starkregen, Hagel, Unwetter, Schneefall, Tauwetter) verursacht worden.

Diese wichtigen Leistungen für die Allgemeinheit werden von 7.595 Freiwilligen Feuerwehren, 7 Berufsfeuerwehren sowie 170 Werk- und 50 Betriebsfeuerwehren im Freistaat Bayern erbracht. Hier leisten rund 324.000 Personen, davon knapp 313.000 ehrenamtlich, aktiven Feuerwehrdienst. Erfreulich dabei ist, dass die Anzahl der weiblichen Dienstleistenden mit über 29.000 Feuerwehrfrauen kontinuierlich zunimmt. Dieses hohe Potenzial ist natürlich unter anderem auch der nicht unerheblichen Jugendarbeit in über 5.000 Jugendgruppen mit über 48.000 Mitgliedern zuzuschreiben, wobei hier der Anteil der weiblichen Mitglieder schon ein gutes Viertel beträgt.

Im letzten Jahr konnten die Feuerwehren 1.235 Mitbürgerinnen und Mitbürger bei Bränden direkt oder über Feuerwehrleitern retten. Für 53 Opfer kam leider jegliche Hilfe zu spät und sie konnten nur noch tot geborgen werden. Bei den technischen Hilfeleistungen und Verkehrsunfällen konnten die Feuerwehrleute 10.071 Bürgerinnen und Bürger retten. Bei 1.461 Personen war keine Hilfeleistung mehr möglich und diese konnten nur noch tot geborgen werden.

Im Rahmen der organisierten Ersten Hilfe („First Responder“) wurden die Helferinnen und Helfer rund 22.000-mal alarmiert. Hier konnte 9.136 Personen geholfen werden; für 462 Menschen kam auch leider diese schnelle Hilfe zu spät.

Neben der o. a. Abdeckung der Pflichtaufgaben wurden die Feuerwehren auch rund 17.000-mal in anderen Fällen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung, Verkehrsabsicherung, etc.) für die Allgemeinheit tätig.

Dieses Engagement der vielen Helfer, die selbstlos und oft unter Einsatz ihrer Gesundheit oder auch des Lebens den Dienst für die Gemeinschaft verrichten, hat auch seinen Preis: So wurden im Berichtsjahr 2017 nach Angaben der Kommunalen Unfallversicherung Bayern 865 Feuerwehrdienstleistende hauptsächlich beim Einsatz- und Übungsdienst verletzt. Bedauerlicherweise weise war auch ein Unfall mit Todesfolge im Feuerwehrdienst zu verzeichnen. Nur ein sehr geringer Teil der Fälle waren Wegeunfälle.

Der Freistaat Bayern fördert den Brandschutz und den Technischen Hilfsdienst. So wurden 2017 an die Gemeinden und Landkreise für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und
-geräten sowie den Bau von Feuerwehrgerätehäusern staatliche Zuschüsse in Höhe von über 51 Millionen Euro ausbezahlt.