Integrationspreise

Bayern ist das Land der gelingenden Integration, weil Staat, Regierungen und Kommunen ihre Verantwortung ernst nehmen und weil die Menschen in Bayern voller Empathie helfen und Großartiges leisten. Sie setzen sich dafür hauptamtlich und ehrenamtlich in ganz Bayern ein und gestalten aktiv vor Ort unser Zusammenleben.
Der Bayerische Integrationspreis ehrt herausragendes Engagement im Bereich der Integration und wird gemeinsam vom Bayerischen Integrationsminister, der Präsidentin des Bayerischen Landtags und der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung vergeben.
Mit den Integrationspreisen der Regierungen werden darüber hinaus Initiativen und Projekte auf regionaler Ebene ausgezeichnet, die die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund fördern und sich für ein interkulturelles Miteinander vor Ort einsetzen. Die sieben Preise, welche von den Regierungen ausgelobt werden, unterstützt das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration finanziell.

Mit der Verleihung der Preise ist die wichtige Botschaft verbunden, dass gesellschaftliches Engagement anerkannt wird und ein gutes Miteinander nur gelingen kann, wenn sich alle Akteurinnen und Akteure vor Ort dafür einsetzen.

Bayerischer Integrationspreis

Mit dem Bayerischen Integrationspreis werden seit 2012 jedes Jahr Personen, Vereine, Institutionen, Projekte oder Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonders gelungener Weise für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft einsetzen. Die herausragenden Leistungen sowie innovativen Ideen sind beispielhaft. Jedes Jahr steht dabei unter einem besonderen Motto.
Durch die Auszeichnung sollen diese Aktivitäten, die die Integration nachhaltig und erfolgreich unterstützen, in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, um das Bewusstsein für Integration zu wecken und dadurch andere zum Mitwirken anzuregen.

Bayerischer Integrationspreis 2022

Der Bayerische Integrationspreis, gemeinsam verliehen vom Bayerischen Landtag, dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration sowie der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung – wird 2022 Projekte und Institutionen auszeichnen, die sich in besonderer Weise um die Gesundheit von Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland verdient gemacht haben.

Eine Migrationsgeschichte kann Einfluss auf die Gesundheit haben. Einerseits durch die Anpassung an eine neue, noch fremde Kultur, anderseits kann sie die Chance beeinträchtigen, eine adäquate Therapie zu erhalten, etwa, wenn Sprachbarrieren oder unterschiedliche Auffassungen von Krankheit und Gesundheit bestehen. Auch traumatisierende Erlebnisse im Herkunftsland oder auf der Flucht können Menschen schwer belasten und ein wirkliches Ankommen in Deutschland erschweren.

Nicht nur vor dem Hintergrund der herrschenden Corona-Pandemie, ist es deshalb wichtig, dass Menschen mit Migrationsgeschichte auch bei Fragen rund um die Gesundheit Unterstützung erhalten.

Bayerischer Integrationspreis 2021 – Jubiläum 10. Preisverleihung!

Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann, die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer und Landtagspräsidentin Ilse Aigner zeichneten am 21. Juni 2021 im Bayerischen Landtag coronakonform in kleinem Rahmen die Gewinner des Integrationspreises 2021 aus. Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr zudem als Livestream übertragen. Drei Projekte, die sich in besonderer Weise aus den zahlreichen Bewerbungen hervorgehoben haben und bei denen das diesjährige Motto „Integration von Kindern und Jugendlichen – Gemeinsam Zukunft gestalten!“ im Vordergrund steht, wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Anlässlich der 10. Preisverleihung wurde zudem ein Sonderpreis an eine Einzelperson vergeben. Mit 145 Bewerbungen war das Interesse an der Ausschreibung in diesem Jahr wieder einmal sehr groß. Der Bayerische Integrationspreis 2021 ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Der Sonderpreis wird darüber hinaus im Jubiläumsjahr mit 500 Euro bedacht.

Informationen zu den Gewinnern mit Videos und einen Jubiläumsrückblick finden Sie hier.

  • 1. Preis (3.000 Euro): Improtheater, München

Projektträger: Impro macht Schule e.V. München / Projektverantwortliche: Karin Ertl

Das Projekt richtet sich vor allem an Jugendliche aus sozial schwachen Familien, die an Mittelschulen (Migrationsanteil bis zu 80%) unterrichtet werden. Impro macht Schule e.V. (ImS) arbeitet dabei sowohl integrativ als auch inklusiv. Trainiert werden die Jugendlichen von einem Team von elf ausgebildeten Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen. Sechs Mal im Jahr trifft sich das Team zu Intervisionen und Fortbildungen mit externen ReferentInnen. Seit 2012 hat ImS für mehr als 1.000 SchülerInnen an 27 Schulen Improtheater angeboten. Außerhalb von Schulen veranstaltete der Verein zudem Projektworkshops für Jugendliche in Kooperation mit dem Goethe-Institut und dem Verkehrsmuseum München.

  • 2. Preis (2.000 Euro): Antiradikalisierungsprojekt, Nürnberg

Projektträger: Global Elternverein e.V. / Projektverantwortlicher: Mehmet Yilmaz

Das Projekt Antiradikalisierung arbeitet gegen Diskriminierung und gegen Antisemitismus. Es soll dazu beitragen, Politikinteresse, Integration und menschenrechtliche Werte bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Wichtige Aktivitäten sind hierbei die Vermittlung von Computerkenntnissen und Programmierfähigkeiten, der Besuch einer Synagoge und Feiern von Festtagen anderer Religionen. Die Kinder und Jugendlichen bekommen aktive Unterstützung beim Aufbau intrinsischer Motivation zur Verbesserung der Schulleistung und zur Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben (unter anderem durch ein Mentoringprogramm für ehrenamtliches Engagement).

  • 3. Preis (1.000 Euro): YouthBridge, München

Projektträger: Europäische Janusz Korczak Akademie e.V. / Projektverantwortliche: Olga Kotlytska

YouthBridge München ist ein Projekt der Europäischen Janusz Korczak Akademie, in der Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Muttersprache und Religion ein zweijähriges Leadership Programm absolvieren. Mit Hilfe renommierter Kooperationspartner werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vielfältige Kompetenzen und wichtige Kontakte vermittelt, die für ihre persönliche und berufliche Entwicklung viele Vorteile mit sich bringen. Mit dem neu erworbenen Wissen und Können setzen die Jugendlichen eigene soziale, mediale und kulturelle Initiativen um und bauen Brücken zwischen verschiedenen Communities.

  • Sonderpreis (500 Euro): Zahra Akhlaqi, München

Vorschlagende Stelle: heimaten e.V. – Netz für Chancengerechtigkeit / Marianne Seiler

Frau Zahra Akhlaqi ist seit 2017 bei der heimaten-Jugend und im heimaten e.V. aktiv. Im Jahr 2017 wurde sie erstmals in den Vorstand gewählt und in dieser Funktion bereits mehrmals bestätigt. Schwerpunkte ihres Engagements sind Frauen- und Mädchenrechte, politische und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchtgeschichte in Bayern und Europa, Antirassismus und Antidiskriminierung. Dabei organisiert Frau Akhlaqi Projekte für junge Menschen sowie Unterstützungsmaßnahmen für junge Geflüchtete. Vom Bayerischen Jugendring wurde sie 2018 in die Mädchen- und Frauenkommission berufen. Mit 13 Jahren in München angekommen, führte sie ihr Bildungsweg über die Mittelschule zur FOS bis hin zum Jura-Studium seit Herbst 2019. Zahra Akhlaqi ist damit auch Vorbild für junge Menschen, insbesondere junge Frauen.