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Kriminalitätsbekämpfung

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist ein wichtiger Indikator für die Innere Sicherheit in einem Bundesland und wird in Bayern jährlich vom Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration für das vergangene Kalenderjahr veröffentlicht. Gleichzeitig dient sie als Kompass für das weitere polizeiliche Handeln.

2017 ist die Anzahl der registrierten Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße in Bayern nach einem Rückgang von 4,6 Prozent mit 586.206 Fällen (2016: 614.520) so niedrig wie seit 1991 nicht mehr. Gleichzeitig gab es in diesem Zeitraum eine Zunahme der Bevölkerung um rund 13 Prozent (+ 1.481.928 Einwohner). Die Kriminalitätsbelastung, also die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner, sank von 4.785 Straftaten pro 100.000 Einwohner im Vorjahr um 5,3 Prozent auf 4.533 im Jahr 2017. Das ist das niedrigste Niveau seit 30 Jahren (2017: 4.533, 2016: 4.785, 1988: 4.529).

Die Aufklärungsquote des Jahres 2016 von 63,7 Prozent konnte nochmals weiter auf einen bundesweit herausragenden Wert von 64,4 Prozent gesteigert werden (+0,7 Prozent).

Die Zahl der ausländerrechtlichen Delikte war auch im vergangenen Jahr noch von der Zuwanderung bestimmt. So entfielen insgesamt 6,9 Prozent bzw. 43.306 Verstöße auf das Ausländerrecht (gem. AufenthG, AsylG, FreizügG/EU). Im Jahr 2016 waren es noch 267.953 Delikte. Das entspricht zwar einem Rückgang von 83,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Langzeitvergleich liegen die Fallzahlen nach wie vor deutlich über dem Niveau vor der Flüchtlingskrise. So wurden beispielsweise im Jahr 2008 in diesem Deliktsbereich nur 17.144 Verstöße registriert.

Besonders erfreulich sind die erneut rückläufigen Zahlen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Die intensiven Bemühungen der Bayerischen Polizei zur Bekämpfung dieses Phänomenbereichs haben sich erneut ausgezahlt. Nachdem sich bereits 2015 nach jahrelangem Anstieg der Fallzahlen eine moderate Entspannung abgezeichnet hatte, konnte der Wert im Jahr 2016 weiter stabilisiert und für das Jahr 2017 sogar eine deutliche Entspannung erzielt werden. So ging die Zahl der Wohnungseinbrüche um 19,1 Prozent bzw. 1.425 auf 6.045 Fälle zurück. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Dabei blieb fast die Hälfte der Delikte (46,7 Prozent) im Versuch stecken. Dies zeigt auch, dass die polizeilichen Anstrengungen im Bereich Prävention greifen.

Das Risiko, in Bayern Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, konnte nochmals deutlich reduziert werden. So lag die Häufigkeitszahl für 2017 bei nur noch 47 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner (2016: 58). Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote erneut um 2,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent gesteigert werden.

Unsere hoch motivierte sowie bestens ausgebildete und ausgerüstete Polizei gewährleistet Schutz und Sicherheit rund um die Uhr und reagiert umgehend auf neue Kriminalitätsphänomene. Hierzu zählen ganz aktuell

  • die Bekämpfung des internationalen, insbesondere islamistischen Terrorismus,
  • die Bekämpfung der Wohnungseinbruchkriminalität, die weiterhin ein zentrales Handlungsfeld polizeilicher Arbeit bildet und erheblichen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat,
  • die Kriminalität im Kontext der Zuwanderung, insbesondere auch die Sicherheit in und um Asylbewerberunterkünfte / Erstaufnahmeeinrichtungen
  • die dynamische Entwicklung im Bereich der Cyberkriminalität, bei der die Täter bewusst die Anonymität des Internets ausnutzen,
  • die Kriminalität durch international agierende organisierte Tätergruppen in allen Ausprägungen,
  • die hochgefährliche Droge „Crystal-Meth“ sowie der Trend zu sogenannten "Neuen psychoaktiven Stoffen" innerhalb der Rauschgiftszene. 

Diesen und allen anderen Erscheinungsformen der Kriminalität begegnet die Bayerische Polizei konsequent unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden personellen, materiellen und rechtlichen Mittel. Sie setzt dabei auf eine umfassende Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Institutionen und kann auf ein hervorragendes - auch internationales - Netzwerk der Kommunikation, Kooperation und Koordination zurückgreifen.

Durch breitenwirksame Präventionsmaßnahmen setzt die Polizei alles daran, dass Straftaten erst gar nicht geschehen, damit Bürgerinnen und Bürger in Bayern sicherer leben als anderswo.